Jedes Land hat seinen eigenen speziellen Aberglauben - in Bolivien bringen getrocknete Lamaföten Glück. Nein, man hängt sie sich nicht etwa um den Hals, man vergräbt sie unter der Türschwelle eines neu gebauten Hauses. Dadurch soll das Haus vor Einsturz oder Naturgewalten bewahrt werden und Jahrhunderte überdauern. Bauarbeiter setzen keinen Stein auf den anderen, solange nicht ein Lamafötus unter dem Fundament in der Erde liegt! Bei größeren Bauwerken allerdings reicht so ein ungeborenes Lama nicht aus, da muss etwas Größeres her. Und so verbuddelt man nicht etwa ein ausgewachsenes Lama, nein, man benutzt die höchste Schöpfung Gottes als Glücksbringer: den Menschen. Jedoch nicht etwa getrocknet, sondern lebendig. Da es in La Paz genug Bettler und Obdachlose gibt, fällt es nicht schwer einen oder zwei geeignete Opfer zu finden. Man fängt sie ein und macht sie betrunken - und schließlich vergräbt man sie bei lebendigem Leib. Man munkelt, dass unter der gewaltigen Brücke, die „Miraflores“ mit dem Nachbarstadtteil verbindet, sogar mehr als zwei Menschen vergraben wurden. Na dann können wir nur abwarten, wie viele Jahre die Brücke überdauert...
Samstag, 20. Juni 2009
Samstag, 13. Juni 2009
Dünne Luft.
Meine Reise dauert bereits dreizehn Tage und endlich habe ich mal ein Hostel mit kostenlosem Internet gefunden, in dem man gedankenlos surfen kann!
Allerdings bin ich nicht gerade in Schreiblaune, da ich mit meinem Reisetagebuch, das um einiges ausführlicher ist als der Blog, hinterher hänge. Die letzten Tage verweilte mein Laptop in meinem Rucksack, weil ich entweder im Bus oder in der Wüste saß. …aber mal von vorne.
Am ersten Juni ging es mit Tabea ins Dreiländereck Paraguay-Argentinien-Brasilien. Wir hatten drei Tage Zeit um uns den zweitgrößten Staudamm und die flächenmäßig größten Wasserfälle der Welt anzuschauen. Ich hatte meine erste Couchsurfingerfahrung in Brasilien. Wir schliefen zwei Nächte bei Edi, einem netten Brasilianer, der sehr schlecht Spanisch und kein Englisch konnte. Es waren zwei lustige Abende und ich muss sagen, dass ich irgendwann noch mal nach Brasilien zurückkehren muss…
Die nächsten drei Tage verbrachten wir im Bus. Mehr muss ich dazu wohl nicht sagen…
Am sechsten Tag der Reise erreichten wir endlich die südbolivianische Stadt Uyuni und buchten eine dreitägige Wüstentour. Anschließend nahmen wir eine heiße Dusche und schliefen ein. Es war arschkalt! Und das blieb dann auch die nächsten Tage so!
Wir fuhren zu siebt mit einem Jeep in die Salzwüste Salar de Uyuni, bestaunten am ersten Tag die Kakteeninsel mitten im ehemaligen Salzsee und schliefen in einem Salzhotel – ohne Heizung und heißer Dusche nur gegen Bezahlung wohlgemerkt. Zum Glück sind es nachts im Winter (ja, wir haben gerade Winter) in der Wüste nicht weniger als -20°C… Den nächsten und übernächsten Tag verbrachten wir damit die Wüste und die anliegenden Dörfer zu erkunden. Wir bestaunten Flamingolagunen, die auf Grund der Kälte leider ohne Flamingos waren, Geysire und einen Eisenbahnfriedhof. Am Abend des neunten Tages waren wir wieder in Uyuni und es konnte endlich wieder heiß geduscht werden! Tabea machte sich wieder auf den Weg nach Asunción und ließ mich mit meiner neuen Reisebegleitung, dem 22-jährigen Nick aus England und dem 26-jährigen Daniel aus Australien, allein. Mittwoch Morgen brachen wir nach Potosi, der höchstgelegenen Stadt der Welt, auf. Auf der sechsstündigen Busreise schaffte ich es endlich meine komplette Reise zu planen – diesmal inklusive der Busfahrten, die ich bei der letzten Planung einfach mal ignoriert hatte…
Nach einer warmen Nacht im besten Hostel, in dem ich bis jetzt war (MIT Heizer im Zimmer UND heißen Duschen) und einem super Frühstück brachen Nick, Daniel, zwei israelische Mädchen, die wir auf der Busfahrt kennengelernt hatten, und ich zur Minentour auf. Da ich in meinem Leben schon in vielen Minen war, stellte ich mir diese Mine nicht sehr anders vor, als die, die ich schon kannte. Denkste! Teilweise mussten wir durch die Schächte kriechen! Sauerstoffzufuhr gab es auch nicht. Und dann auch noch die Höhe... Es ist erstaunlich, dass es Menschen gibt, die unter solchen Bedingungen arbeiten müssen! ...zum Glück sind es nicht mehr so viele, wie noch vor einigen Jahrzehnten...
Seit gestern Nachmittag sind wir in Sucre, der Hauptstadt Boliviens, deren Altstadt seit 1991 den UNESCO Weltkulturerbetitel trägt - und das zu Recht. Wie schön die Stadt wirklich ist, werde ich heute erkunden.
Aktuelle Feststellungen:
- Südamerika ist im Winter arschkalt!!!
- In knapp 4000 Metern Höhe ist Laufen ziemlich anstrengend.
- Kokablätter helfen wirklich wahnsinnig gut gegen höhenbedingte Kopfschmerzen und Übelkeit.
- Reisen kostet mehr Energie als erwartet.
Am ersten Juni ging es mit Tabea ins Dreiländereck Paraguay-Argentinien-Brasilien. Wir hatten drei Tage Zeit um uns den zweitgrößten Staudamm und die flächenmäßig größten Wasserfälle der Welt anzuschauen. Ich hatte meine erste Couchsurfingerfahrung in Brasilien. Wir schliefen zwei Nächte bei Edi, einem netten Brasilianer, der sehr schlecht Spanisch und kein Englisch konnte. Es waren zwei lustige Abende und ich muss sagen, dass ich irgendwann noch mal nach Brasilien zurückkehren muss…
Die nächsten drei Tage verbrachten wir im Bus. Mehr muss ich dazu wohl nicht sagen…
Am sechsten Tag der Reise erreichten wir endlich die südbolivianische Stadt Uyuni und buchten eine dreitägige Wüstentour. Anschließend nahmen wir eine heiße Dusche und schliefen ein. Es war arschkalt! Und das blieb dann auch die nächsten Tage so!
Wir fuhren zu siebt mit einem Jeep in die Salzwüste Salar de Uyuni, bestaunten am ersten Tag die Kakteeninsel mitten im ehemaligen Salzsee und schliefen in einem Salzhotel – ohne Heizung und heißer Dusche nur gegen Bezahlung wohlgemerkt. Zum Glück sind es nachts im Winter (ja, wir haben gerade Winter) in der Wüste nicht weniger als -20°C… Den nächsten und übernächsten Tag verbrachten wir damit die Wüste und die anliegenden Dörfer zu erkunden. Wir bestaunten Flamingolagunen, die auf Grund der Kälte leider ohne Flamingos waren, Geysire und einen Eisenbahnfriedhof. Am Abend des neunten Tages waren wir wieder in Uyuni und es konnte endlich wieder heiß geduscht werden! Tabea machte sich wieder auf den Weg nach Asunción und ließ mich mit meiner neuen Reisebegleitung, dem 22-jährigen Nick aus England und dem 26-jährigen Daniel aus Australien, allein. Mittwoch Morgen brachen wir nach Potosi, der höchstgelegenen Stadt der Welt, auf. Auf der sechsstündigen Busreise schaffte ich es endlich meine komplette Reise zu planen – diesmal inklusive der Busfahrten, die ich bei der letzten Planung einfach mal ignoriert hatte…
Nach einer warmen Nacht im besten Hostel, in dem ich bis jetzt war (MIT Heizer im Zimmer UND heißen Duschen) und einem super Frühstück brachen Nick, Daniel, zwei israelische Mädchen, die wir auf der Busfahrt kennengelernt hatten, und ich zur Minentour auf. Da ich in meinem Leben schon in vielen Minen war, stellte ich mir diese Mine nicht sehr anders vor, als die, die ich schon kannte. Denkste! Teilweise mussten wir durch die Schächte kriechen! Sauerstoffzufuhr gab es auch nicht. Und dann auch noch die Höhe... Es ist erstaunlich, dass es Menschen gibt, die unter solchen Bedingungen arbeiten müssen! ...zum Glück sind es nicht mehr so viele, wie noch vor einigen Jahrzehnten...
Seit gestern Nachmittag sind wir in Sucre, der Hauptstadt Boliviens, deren Altstadt seit 1991 den UNESCO Weltkulturerbetitel trägt - und das zu Recht. Wie schön die Stadt wirklich ist, werde ich heute erkunden.
Aktuelle Feststellungen:
- Südamerika ist im Winter arschkalt!!!
- In knapp 4000 Metern Höhe ist Laufen ziemlich anstrengend.
- Kokablätter helfen wirklich wahnsinnig gut gegen höhenbedingte Kopfschmerzen und Übelkeit.
- Reisen kostet mehr Energie als erwartet.
Bilder sagen mehr als Worte:
Iguazú-Wasserfälle (Brasilien).
Tabea und ich vor den Fällen.
Mein neuer Freund "Rucksack" und ich bei der Grenzüberquerung Brasilien - Argentinien.
Meine derzeitigen Reisepartner Nick und Daniel in der Salzwüste "Salar de Uyuni" (Bolivien).
Tabea und ich auf der Kakteeninsel in der Salzwüste.
Salzwüstentourigruppe: Lucas, unser bolivianischer Fahrer, Nick (22, Engländer), Marta (24, Italienerin), Tabea, ich, André (60, Franzose), Daniel (27, Australier), Minori (38, Japanerin).
Zwischenstopp in der Wüste.
Eisenbahnfriedhof kurz vor Uyuni.
Montag, 1. Juni 2009
Mach's gut, Asunción!
Wie bereits die Wochen zuvor, vergingen auch meine letzten zwei Wochen in Asunción wie im Flug. Am Samstag, den 23.5., war ich mit Tabea, Vanessa 2 und Erwin in der Concordia, einer Schule der Mennoniten, um das Musical "Anatevka" zu sehen. Es war ganz lustig und man wurde gut unterhalten, wenn auch die Gesangeskünste des Einen oder Anderen nicht überzeugten. Nach der Vorstellung wollten wir uns ein Taxi rufen - und das war leichter gesagt, als getan. Kein Taxi weit und breit und alle Straßen hatten sich durch den Platzregen in Flüsse verwandelt. So überquerten wir die Straßen bis wir schließlich ein Taxi fanden und stiegen allesamt mit nassen Füßen ein.
Ansonsten feierten Vanessa und Sarah 2 Abschied mit einem Asado und Erwin kochte ein Abschiedsessen für alle. Michelle fuhr nach Argentinien zu den Iguazú-Fällen um ihre Mama dort zu treffen und Sarah 1 fuhr ebenfalls, jedoch einen Tag später und bereits mit Mama, nach Iguazú.
So waren wir die letzten Tage zu dritt in der Pension und es war ziemlich einsam.
Auf Arbeit neigte sich am Donnerstag der Unterricht mit meinen beiden Wochenkursen dem Ende. Mit dem ersten Kurs aß ich, nach einer Stunde Unterricht, Apfelkuchen und drückte sie, schweren Herzens noch einmal, bevor ich sie gehen ließ. Die andere Gruppe schrieb den Abschlusstest und im Anschluss aßen wir Pizza. Am Samstag war mein endgültig letzter Arbeitstag! Für meine Kollegen bereitete ich eine Donauwelle vor und für meine Kleinen eine Menge Süßigkeiten. Am Abend gab es, wie es die Pensions-Tradition verlangt, ein Abschiedsasado. Diesmal mein eigenes! Auf Grund des feucht-nassen Wetters und der ungemütlichen 10°C aßen wir im Haus, in dem es erstaunlicherweise trotz fehlender Heizung wärmer war als draußen. Ein paar meiner Schüler des Abendkurses und meine, mit der Zeit so lieb gewonnenen Freunde, waren gekommen. Es war ein schöner Abend und der Abschied umso schwerer.
Heute verbrachte ich den Tag damit Rucksack zu packen, denn ich hatte bereits alles erledigt, das auf meinem Noch-zu-erledigen-Plan stand. Meine Reiseapotheke ist auch wieder aufgefüllt und diesmal mit einer ganz speziellen Prophylaxe: Ginko und Kokablätter zur Vorbeugung der Höhenkrankheit und als Malariaprophylaxe Tonic Wasser! Ja, es klingt komisch, aber Tonic enthält das Nervengift Chinin, das in allen Malariamedikamenten enthalten ist. Sicherlich ist es auch alles eine Frage des Glaubens, ob es als Vorsorge ausreichend ist. ...ich glaube jedenfalls daran und drücke mir selbst die Daumen. :)
Morgen (wenn man's genau nimmt eigentlich bereits in drei Stunden) beginnt dann endlich meine große Reise. Zuerst fahre ich mit Tabea zu den Iguazú-Fällen. Diese werden sowohl von brasilianischer, als auch argentinischer Seite bestaunt, bevor es nach Salta und anschließend in die Salzwüste geht. Die aktuellen Standorte, sowie die geplanten, werde ich oben rechts in den Kasten schreiben und versuchen den Reiseplan einzuhalten. :)
Und jetzt versuche ich mal trotz Gefühlswirrwarrs noch ein bisschen zu schlafen. Traurigkeit, Vorfreude, Angst, Neugier und Müdigkeit sind irgendwie eine komische Mischung...
Ansonsten feierten Vanessa und Sarah 2 Abschied mit einem Asado und Erwin kochte ein Abschiedsessen für alle. Michelle fuhr nach Argentinien zu den Iguazú-Fällen um ihre Mama dort zu treffen und Sarah 1 fuhr ebenfalls, jedoch einen Tag später und bereits mit Mama, nach Iguazú.
So waren wir die letzten Tage zu dritt in der Pension und es war ziemlich einsam.
Auf Arbeit neigte sich am Donnerstag der Unterricht mit meinen beiden Wochenkursen dem Ende. Mit dem ersten Kurs aß ich, nach einer Stunde Unterricht, Apfelkuchen und drückte sie, schweren Herzens noch einmal, bevor ich sie gehen ließ. Die andere Gruppe schrieb den Abschlusstest und im Anschluss aßen wir Pizza. Am Samstag war mein endgültig letzter Arbeitstag! Für meine Kollegen bereitete ich eine Donauwelle vor und für meine Kleinen eine Menge Süßigkeiten. Am Abend gab es, wie es die Pensions-Tradition verlangt, ein Abschiedsasado. Diesmal mein eigenes! Auf Grund des feucht-nassen Wetters und der ungemütlichen 10°C aßen wir im Haus, in dem es erstaunlicherweise trotz fehlender Heizung wärmer war als draußen. Ein paar meiner Schüler des Abendkurses und meine, mit der Zeit so lieb gewonnenen Freunde, waren gekommen. Es war ein schöner Abend und der Abschied umso schwerer.
Heute verbrachte ich den Tag damit Rucksack zu packen, denn ich hatte bereits alles erledigt, das auf meinem Noch-zu-erledigen-Plan stand. Meine Reiseapotheke ist auch wieder aufgefüllt und diesmal mit einer ganz speziellen Prophylaxe: Ginko und Kokablätter zur Vorbeugung der Höhenkrankheit und als Malariaprophylaxe Tonic Wasser! Ja, es klingt komisch, aber Tonic enthält das Nervengift Chinin, das in allen Malariamedikamenten enthalten ist. Sicherlich ist es auch alles eine Frage des Glaubens, ob es als Vorsorge ausreichend ist. ...ich glaube jedenfalls daran und drücke mir selbst die Daumen. :)
Morgen (wenn man's genau nimmt eigentlich bereits in drei Stunden) beginnt dann endlich meine große Reise. Zuerst fahre ich mit Tabea zu den Iguazú-Fällen. Diese werden sowohl von brasilianischer, als auch argentinischer Seite bestaunt, bevor es nach Salta und anschließend in die Salzwüste geht. Die aktuellen Standorte, sowie die geplanten, werde ich oben rechts in den Kasten schreiben und versuchen den Reiseplan einzuhalten. :)
Und jetzt versuche ich mal trotz Gefühlswirrwarrs noch ein bisschen zu schlafen. Traurigkeit, Vorfreude, Angst, Neugier und Müdigkeit sind irgendwie eine komische Mischung...
Donnerstag, 21. Mai 2009
Mittwoch, 20. Mai 2009
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