Samstag, 20. Juni 2009
Lamaföten und andere Glücksbringer.
Dienstag, 12. Mai 2009
Putschgerüchte.
Freitag, 1. Mai 2009
Jesus fährt immer mit.
Sonntag, 19. April 2009
Die Kinder der Schönen und Reichen.
Der neuste Trend in der Schicht der Schönen und Reichen sind übrigens "Nurses". Diese Krankenschwestern kann man sich für die ersten drei bis vier Wochen nach der Geburt "kaufen", damit sie sich rund um die Uhr um das Neugeborene kümmern, das heißt Baby wickeln, baden und füttern. Mama kann sich während dessen von der schweren Geburt erholen und durch Nichtstun ihre ursprüngliche Schönheit zurückerlangen. Diese "Nurses" sind natürlich eigentlich ziemlich überflüssig und verbauen außerdem der Mutter die Chance eine tiefere Bindung zu ihrem eigenen Kind aufzubauen - aber darum geht es ja nicht. Es geht nicht darum, ob eine "Nurse" sinnvoll ist oder nicht - es geht einzig und allein darum sich abzugrenzen! Und wer es sich leisten kann, der leistet es sich eben…
Freitag, 3. April 2009
Paraguayer und SchönheitsOPs.
Montag, 16. März 2009
Indianertanz.
Aus einer Bar kommend auf dem Weg zu einer anderen Feier blieben Vanessa und ich stehen, denn es gab einen Indianertanz zu sehen – mitten in der Stadt. Die Indianer hatten wir schon oft gesehen, denn seit zwei Monaten protestieren sie in Asunción, indem sie auf dem Plaza Urugaya leben. Auf den ersten Blick sind sie mit Obdachlosen zu verwechseln, die bei Regen Planen zwischen Bäumen als Zelte spannen, jedoch geht es hier um etwas – um Aufmerksamkeit. Seit Ewigkeiten soll ein „Oberster“ bestimmt werden, der zwischen den Stämmen vermitteln und wichtige Entscheidungen treffen soll, jedoch hat dies bis jetzt zu keiner Einigung geführt. Das ist aber auch nicht einfach, denn schon allein auf dem Plaza wird unter den Indianern in 26 verschiedenen Sprachen gesprochen und in den Entscheidungen, die zu treffen sind, geht es nicht um Kleinigkeiten, sondern unter Anderem um viel Land. Morgen findet endlich der von allen lang ersehnte Indianerkongress statt, indem Präsident Lugo einen verantwortlichen „Obersten“ bestimmt – wahrscheinlich ist heute also die letzte Nacht unter freiem Himmel. Ich weiß nicht, ob Indianer jeden Abend tanzen, oder nur wenn besondere Ereignisse anstehen, aber ich bin glücklich, dass wir dieses Ereignis noch erleben durften, bevor sie morgen ihre Sachen packen und endlich in den Chaco, ihre Heimat, zurück reisen. Es ist schön zu sehen, wie Menschen, die so viele verschiedene Sprachen sprechen, sich durch Musik verstehen…Mittwoch, 25. Februar 2009
Paraguayischer Aberglaube.
In Paraguay leben noch immer Guaranís, die Ureinwohner Paraguays, Boliviens, Argentiniens und Brasiliens, und mit ihnen leben ihre Traditionen, ihr Glaube und ihre Sagenwelt. So haben viele Paraguayer einen speziellen Glauben was Geister betrifft…denn Geister gibt es und an ihrer Existenz wird nicht gezweifelt. Im Speziellen gibt es neun mythologische Wesen, von deren Existenz die Guaraní überzeugt sind. Einer von ihnen ist Pombero. Dieser kleine Zwerg wird auch „Herr der Nacht“ genannt, da er nachts die Häuser beschützt – vorausgesetzt man bringt ein Opfer dar: Tabak, Honig oder Kaña (paraguayischer Zuckerrohrschnaps). Und dieses Opfer ist am nächsten Tag wirklich verschwunden… Eine weitere Sagengestalt ist Kurupí. Er ist der fünfte Sohn von Taú und Kerana und hat die Gestalt eines erwachsenen Mannes dessen Penis als Gürtel um den Bauch geschlungen ist. Vor ihm fürchten sich vor allem Frauen und Mädchen, denn Kurupí vergewaltigt im Dunkeln. Darum verlassen Guaraní-Frauen im Dunklen nur selten das Haus. Und so gibt es zu jeder Gestalt eine kleine Geschichte und man hat immer jemanden auf den man die Schuld schieben kann wenn etwas Schlechtes passiert oder nicht funktioniert. Sogar bei uns im Goethe Zentrum gibt es einen Geist, das hat mir Caroline gestern überzeugt erzählt. Sie hat sie auch schon zweimal gesehen - eine große helle Frauengestalt… Sie klopft oft bei Caroline an die Tür und will am Unterricht teilnehmen, außerdem hüpft sie gern in leeren Räumen über Carolines Büro und hält nachts die Nachtwächter vom Schlafen ab, indem sie Krach macht. …und so leben die Geister, Gespenster und Sagengestalten inmitten der Menschen und werden von allen akzeptiert. …und mittlerweile finde ich es sogar ein bisschen unheimlich auf Arbeit zu gehen. ;)
Samstag, 13. Dezember 2008
Afrikanische Kinderhandhabung.
Ich habe in ganz Uganda noch keinen einzigen Kinderwagen gesehen. Und warum nicht? Weil man Kinderwagen einfach nicht braucht. Wie viel leichter wäre der Alltag, wenn man sich nicht ständig an Müttern, die mit ihren Kinderwagen Regale in Supermärkten versperren, vorbeidrängeln müsste? Noch dazu kommt die andere Geräuschkulisse: afrikanische Kinder schreien nicht. Vielleicht liegt es am Klima, vielleicht aber auch daran, dass sie sich in einem Tuch auf den Rücken ihrer Mütter viel wohler und sicherer fühlen? Wer weiß. Ich für meinen Teil werde meine zukünftigen Kinder jedenfalls nicht in einem Wagen vor mir herschieben und jedes Mal auf Hilfe angewiesen sein müssen, wenn ich in einen Bus einsteigen will…
Sonntag, 7. Dezember 2008
Verkehrte Welt.
In Europa hat irgendein Idiot Solarien und die Dauerwelle eingeführt, während in Afrika Glättungseisen und Bleechingcreme die Oberhand gewinnen. Wozu also gesund und natürlich leben, wenn man sich mit viel Geld Haut und Haare zerstören kann? Jemand sollte mal das europäische Schönheitsideal mit dem afrikanischen vertauschen und den Menschen sagen, dass sie schön sind, wie sie sind. …dann würde zwar die Schönheitsindustrie ziemlich darunter leiden, aber die Welt wäre irgendwie ein bisschen besser…
Freitag, 21. November 2008
MTN-Marathon.
MTN, offizieller Sponsor der Fußballweltmeisterschaft 2010 und mein aktueller Mobilfunknetzbetreiber, sponsert und veranstaltet noch viele andere Sachen. So findet diesen Sonntag zum Beispiel der MTN-Marathon, der durch ganz Kampala verläuft, statt. In sporadischen Abständen sieht man aus diesem Grund immer wieder Läufer am Straßenrand, die sich auf dieses Ereignis vorbereiten. Ich selbst habe ein Lauferlebnis hinter mir, dass mir voll und ganz ausgereichte: vor zwei Monaten kam ich nämlich auf die wahnwitzige Idee regelmäßig joggen zu gehen. So stand ich also um halb sieben auf und ging joggen – die Ismail Road entlang. Mein Ziel war eine halbe Stunde durchzuhalten. Nach nur fünfzehn Minuten hatte ich jedoch so viele Abgase des Berufsverkehrs, der sich jeden Morgen auf meiner Straße ins Unendliche staut, eingeatmet, dass meine Lunge schmerzte. So trat ich also den Rückweg an und beschloss mein Vorhaben regelmäßig joggen zu gehen an den Nagel zu hängen. Seit diesem Ereignis habe ich besonders großen Respekt vor den mutigen Kampala-Joggern und MTN-Marathonläufern und bemitleide ihre armen Lungen.
Donnerstag, 6. November 2008
Obamaeuphorie.
Seit gestern denken alle Ugander, dass sie die Welt regieren. Das ist ziemlich witzig. Sie sind unglaublich stolz, dass ein Halb-Ostafrikaner Präsident geworden ist. In Kenia war heute sogar Nationalfeiertag deshalb. Aber ich kann die Afrikaner verstehen. Mir ging es ja nicht anders, als Angie an die Macht kam… Eine Frau wird Bundeskanzler - und dann auch noch aus dem Osten! Darum freue ich mich einfach mit ihnen. …und nebenbei bemerkt bringt die ganze Obama-Deko ein bisschen Abwechslung und ist tausendmal schöner als diese schreckliche Weihnachtsdeko die seit einer Weile alle Supermärkte schmückt…



