Wie bereits die Wochen zuvor, vergingen auch meine letzten zwei Wochen in Asunción wie im Flug. Am Samstag, den 23.5., war ich mit Tabea, Vanessa 2 und Erwin in der Concordia, einer Schule der Mennoniten, um das Musical "Anatevka" zu sehen. Es war ganz lustig und man wurde gut unterhalten, wenn auch die Gesangeskünste des Einen oder Anderen nicht überzeugten. Nach der Vorstellung wollten wir uns ein Taxi rufen - und das war leichter gesagt, als getan. Kein Taxi weit und breit und alle Straßen hatten sich durch den Platzregen in Flüsse verwandelt. So überquerten wir die Straßen bis wir schließlich ein Taxi fanden und stiegen allesamt mit nassen Füßen ein.
Ansonsten feierten Vanessa und Sarah 2 Abschied mit einem Asado und Erwin kochte ein Abschiedsessen für alle. Michelle fuhr nach Argentinien zu den Iguazú-Fällen um ihre Mama dort zu treffen und Sarah 1 fuhr ebenfalls, jedoch einen Tag später und bereits mit Mama, nach Iguazú.
So waren wir die letzten Tage zu dritt in der Pension und es war ziemlich einsam.
Auf Arbeit neigte sich am Donnerstag der Unterricht mit meinen beiden Wochenkursen dem Ende. Mit dem ersten Kurs aß ich, nach einer Stunde Unterricht, Apfelkuchen und drückte sie, schweren Herzens noch einmal, bevor ich sie gehen ließ. Die andere Gruppe schrieb den Abschlusstest und im Anschluss aßen wir Pizza. Am Samstag war mein endgültig letzter Arbeitstag! Für meine Kollegen bereitete ich eine Donauwelle vor und für meine Kleinen eine Menge Süßigkeiten. Am Abend gab es, wie es die Pensions-Tradition verlangt, ein Abschiedsasado. Diesmal mein eigenes! Auf Grund des feucht-nassen Wetters und der ungemütlichen 10°C aßen wir im Haus, in dem es erstaunlicherweise trotz fehlender Heizung wärmer war als draußen. Ein paar meiner Schüler des Abendkurses und meine, mit der Zeit so lieb gewonnenen Freunde, waren gekommen. Es war ein schöner Abend und der Abschied umso schwerer.
Heute verbrachte ich den Tag damit Rucksack zu packen, denn ich hatte bereits alles erledigt, das auf meinem Noch-zu-erledigen-Plan stand. Meine Reiseapotheke ist auch wieder aufgefüllt und diesmal mit einer ganz speziellen Prophylaxe: Ginko und Kokablätter zur Vorbeugung der Höhenkrankheit und als Malariaprophylaxe Tonic Wasser! Ja, es klingt komisch, aber Tonic enthält das Nervengift Chinin, das in allen Malariamedikamenten enthalten ist. Sicherlich ist es auch alles eine Frage des Glaubens, ob es als Vorsorge ausreichend ist. ...ich glaube jedenfalls daran und drücke mir selbst die Daumen. :)
Morgen (wenn man's genau nimmt eigentlich bereits in drei Stunden) beginnt dann endlich meine große Reise. Zuerst fahre ich mit Tabea zu den Iguazú-Fällen. Diese werden sowohl von brasilianischer, als auch argentinischer Seite bestaunt, bevor es nach Salta und anschließend in die Salzwüste geht. Die aktuellen Standorte, sowie die geplanten, werde ich oben rechts in den Kasten schreiben und versuchen den Reiseplan einzuhalten. :)
Und jetzt versuche ich mal trotz Gefühlswirrwarrs noch ein bisschen zu schlafen. Traurigkeit, Vorfreude, Angst, Neugier und Müdigkeit sind irgendwie eine komische Mischung...
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Montag, 1. Juni 2009
Donnerstag, 21. Mai 2009
Mittwoch, 20. Mai 2009
Dienstag, 19. Mai 2009
Verwirrtes Wetter.
Es gibt Tage, an denen der Sekundenzeiger übers Ziffernblatt schleicht und bei jedem Blick auf die Uhr verflucht man die Zeit, die nicht schnell genug vergehen kann. An anderen Tagen benimmt sich die Zeit wie ein Schnellzug und man möchte am Liebsten die Notbremse ziehen, weil der Tag an einem vorbei zu rasen scheint.
In den letzten zwei Wochen hätte es von mir aus jeden Tag eine Notbremse geben können!
Es ist nun schon wieder zwei Wochen her, dass Christian und Gerrit ein Abschiedsasado machten. An diesem Mittwoch vor zwei Wochen hatte Christian zudem auch Geburtstag und so gab es gleich doppelt Grund zu feiern.
Zwei Tage darauf schaffte ich es endlich mal Vanessa auf ihre Arbeitsstelle, die Schule in der Chacarita, die mehr Hort als Schule ist, zu begleiten. Die Chacarita ist das Armenviertel Asuncións und es wird jedem davon abgeraten sie zu betreten, falls er nicht das dringende Bedürfnis verspürt überfallen zu werden. Im Polizeijargon heißt sie deshalb „Zona Roja“ (Rote Zone). Die Schule, in der Vanessa arbeitet, ist allerdings direkt am Anfang des Stadtviertels und man muss sich nicht bis zum Fluss, an dessen Ufer die Menschen besonders arm sind, durchschlagen. Es war ein schöner Nachmittag, an dem die Kinder gemeinsam Hausaufgaben machten, malten und spielten. Am Ende des Nachmittags gab es Kakao, Dulce de Leche mit Keksen und viele fröhliche Kindergesichter. Gustavo, Vanessa und ich begleiteten die Kinder, auf meinen Wunsch, anschließend nach Hause. …es ist unglaublich, in welchen „Häusern“ solche glücklichen Kinder wohnen. Am Abend versammelten sich alle Mädels in der Küche, denn wir erwarteten Besuch: die Frisörin. :) In kürzester Zeit hatten fünf von uns einen neuen Haarschnitt und waren wieder schick und glücklich – und das für knapp 10 Euro pro Person. In der folgenden Nacht wurde ich von einem hellen Licht und dem darauf folgenden Knall wach: es gab ein Gewitter. Und was für eins! Der Wind aus Patagonien hatte Paraguay erreicht und bescherte uns die kältesten und regenreichsten Tage, die ich bis jetzt in Asunción erlebt habe. Nach einigen Tagen um die 12°C und noch kälteren Nächten, schlossen sich jedoch nur noch kalte Nächte an. So kam es schon mal vor, dass das Thermometer mittags 32°C, morgens jedoch nur 7°C anzeigte… Verwirrtes Wetter! Mittlerweile sind die Unterschiede zum Glück nicht mehr so gigantisch und man kann nachts getrost wieder mit offenem Fenster schlafen. Der Regen ist allerdings nach wie vor unberechenbar. Ich hoffe sehr, dass der Regen auch mal wieder gänzlich aufhört. Springreiten auf nasser Piste ist nämlich ziemlich…naja es geht eben nicht.
Vor genau einer Woche flog Gerrit dann nach Hause. An seiner Seite war meine Reisetasche. …wir hatten Reisetasche gegen Reiserucksack getauscht, damit ich meine 2-monatige Südamerika-Tour realisieren kann. Mittlerweile ist sie in Köln und genießt das schöne Wetter. Im August werde ich sie abholen und Gerrit seinen Rucksack mit tausendfachem Dank zurückgeben. ;)
Einen Tag später hatte Vanessa 2 Geburtstag. Berlinerin Vanessa zog vor einer Woche in der Pension ein. Sie arbeitet in einem Projekt der GTZ um Recherchen für ihre Geografie-Diplomarbeit zu machen. Wir feierten ihren Geburtstag – wo auch sonst? - im Britania. Leider gab es nur noch freie Plätze auf der Terrasse und so mussten wir den Abend bereits um zwölf beenden, da jeder von uns halberfrorene Füße hatte.
Der folgende Freitag war Feiertag – Unabhängigkeitstag oder, wie er im deutschen Touristenprospekt genannt wird, „Gedenktag der nationalen Freiheit“ – in Paraguay. Da wir nach den ganzen Gerüchten um Lugo immer noch auf einen Putsch, oder wenigstens irgendwelche politischen Aktivitäten zu diesem besonderen Tag, hofften, machten wir den Stadtspaziergang, der in meinem Reiseführer beschrieben stand, durchs Stadtzentrum. Wir wurden sogar nicht enttäuscht und erlebten das Niederholen der Flagge vorm Regierungspalast in Begleitung einer Kapelle.
Samstag war ich vormittags arbeiten, während sich die Mädels im Garten im Bikini (!) sonnten – den Abend verbrachten wir alle gemeinsam, in eine dicke Decke eingewickelt, vorm Fernseher und wünschten uns sehnlichst eine Heizung…
Diese Woche begann, für Vanessa und mich, mit einer Shoppingtour am Montag. Ja, für einen Trip in die Anden habe ich leider nicht die richtige Bekleidung dabei… Laut Reiseführer können es nachts in der Salzwüste Uyuni (Bolivien) im Winter (Juli - September) bis zu -20°C werden. ...und dort werde ich auch einmal übernachten - zwar noch im Herbst, kalt wird es sicher trotzdem!
Der Reiseführer ist momentan übrigens meine Lieblingslektüre! (Vorsicht, Ironie…!) Ich kann ihn gar nicht mehr aus der Hand legen… Jeden Tag steht Reiseplanung ganz oben auf meinem Programm. …und dabei bin ich noch nicht mal besonders weit gekommen mit der Planerei: Am 30.5. ist mein offiziell letzter Arbeitstag. Für meine Kolleginnen werde ich dann eine Donauwelle backen und abends gibt es sicher noch ein Abschiedsasado (wie sich’s bei uns gehört ;) ). Am darauf folgenden Sonntag ist dann Rucksack packen angesagt, denn am Montag, den 1. Juni startet meine Südamerikareise. Tabea begleitet mich die ersten acht Tage von den argentinisch/brasilianischen Iguazú-Wasserfällen bis zur bolivianischen Salzwüste „Salar de Uyuni“ und danach bin ich mit meinen Spanischkenntnissen, meinem Reiseführer und „meinem“ Rucksack auf mich allein gestellt... ;)
Sonst noch was?
- Meine Hausaufgabenstrategie im Samstagskurs, Lollys zu verteilen, hat nicht funktioniert! Dafür funktioniert der Tipp meiner Spanischlehrerin, den Kurs einfach in mehrere Gruppen einzuteilen, super. :)
- Neben der neuen Vanessa ist letzte Woche auch Erwin eingezogen. Der 56-Jährige ist Koch und möchte mit seiner Lebensgefährtin und seiner 8-jährigen Tochter auswandern.
- Seit zwei Wochen bekommt Jesus, der Sohn meines Reitlehrers, zweimal pro Woche kostenlos Deutschunterricht von mir – und ich kann dafür kostenlos Reiten! Allerdings hat es die letzten Male immer geregnet, als ich reiten wollte. :( (Danke, patagonischer Wind…!)
- Markus ist ausgezogen und hat Peter 150.000 Guaraní dagelassen. Wir sollen von dem Geld ein Abschiedsasado machen – "posthum" quasi. Am besten stellen wir ein Foto von Markus zum Essen auf den Tisch und nennen das Asado „Markus-Gedenk-Feier“. :D
In den letzten zwei Wochen hätte es von mir aus jeden Tag eine Notbremse geben können!
Es ist nun schon wieder zwei Wochen her, dass Christian und Gerrit ein Abschiedsasado machten. An diesem Mittwoch vor zwei Wochen hatte Christian zudem auch Geburtstag und so gab es gleich doppelt Grund zu feiern.
Zwei Tage darauf schaffte ich es endlich mal Vanessa auf ihre Arbeitsstelle, die Schule in der Chacarita, die mehr Hort als Schule ist, zu begleiten. Die Chacarita ist das Armenviertel Asuncións und es wird jedem davon abgeraten sie zu betreten, falls er nicht das dringende Bedürfnis verspürt überfallen zu werden. Im Polizeijargon heißt sie deshalb „Zona Roja“ (Rote Zone). Die Schule, in der Vanessa arbeitet, ist allerdings direkt am Anfang des Stadtviertels und man muss sich nicht bis zum Fluss, an dessen Ufer die Menschen besonders arm sind, durchschlagen. Es war ein schöner Nachmittag, an dem die Kinder gemeinsam Hausaufgaben machten, malten und spielten. Am Ende des Nachmittags gab es Kakao, Dulce de Leche mit Keksen und viele fröhliche Kindergesichter. Gustavo, Vanessa und ich begleiteten die Kinder, auf meinen Wunsch, anschließend nach Hause. …es ist unglaublich, in welchen „Häusern“ solche glücklichen Kinder wohnen. Am Abend versammelten sich alle Mädels in der Küche, denn wir erwarteten Besuch: die Frisörin. :) In kürzester Zeit hatten fünf von uns einen neuen Haarschnitt und waren wieder schick und glücklich – und das für knapp 10 Euro pro Person. In der folgenden Nacht wurde ich von einem hellen Licht und dem darauf folgenden Knall wach: es gab ein Gewitter. Und was für eins! Der Wind aus Patagonien hatte Paraguay erreicht und bescherte uns die kältesten und regenreichsten Tage, die ich bis jetzt in Asunción erlebt habe. Nach einigen Tagen um die 12°C und noch kälteren Nächten, schlossen sich jedoch nur noch kalte Nächte an. So kam es schon mal vor, dass das Thermometer mittags 32°C, morgens jedoch nur 7°C anzeigte… Verwirrtes Wetter! Mittlerweile sind die Unterschiede zum Glück nicht mehr so gigantisch und man kann nachts getrost wieder mit offenem Fenster schlafen. Der Regen ist allerdings nach wie vor unberechenbar. Ich hoffe sehr, dass der Regen auch mal wieder gänzlich aufhört. Springreiten auf nasser Piste ist nämlich ziemlich…naja es geht eben nicht.
Vor genau einer Woche flog Gerrit dann nach Hause. An seiner Seite war meine Reisetasche. …wir hatten Reisetasche gegen Reiserucksack getauscht, damit ich meine 2-monatige Südamerika-Tour realisieren kann. Mittlerweile ist sie in Köln und genießt das schöne Wetter. Im August werde ich sie abholen und Gerrit seinen Rucksack mit tausendfachem Dank zurückgeben. ;)
Einen Tag später hatte Vanessa 2 Geburtstag. Berlinerin Vanessa zog vor einer Woche in der Pension ein. Sie arbeitet in einem Projekt der GTZ um Recherchen für ihre Geografie-Diplomarbeit zu machen. Wir feierten ihren Geburtstag – wo auch sonst? - im Britania. Leider gab es nur noch freie Plätze auf der Terrasse und so mussten wir den Abend bereits um zwölf beenden, da jeder von uns halberfrorene Füße hatte.
Der folgende Freitag war Feiertag – Unabhängigkeitstag oder, wie er im deutschen Touristenprospekt genannt wird, „Gedenktag der nationalen Freiheit“ – in Paraguay. Da wir nach den ganzen Gerüchten um Lugo immer noch auf einen Putsch, oder wenigstens irgendwelche politischen Aktivitäten zu diesem besonderen Tag, hofften, machten wir den Stadtspaziergang, der in meinem Reiseführer beschrieben stand, durchs Stadtzentrum. Wir wurden sogar nicht enttäuscht und erlebten das Niederholen der Flagge vorm Regierungspalast in Begleitung einer Kapelle.
Samstag war ich vormittags arbeiten, während sich die Mädels im Garten im Bikini (!) sonnten – den Abend verbrachten wir alle gemeinsam, in eine dicke Decke eingewickelt, vorm Fernseher und wünschten uns sehnlichst eine Heizung…
Diese Woche begann, für Vanessa und mich, mit einer Shoppingtour am Montag. Ja, für einen Trip in die Anden habe ich leider nicht die richtige Bekleidung dabei… Laut Reiseführer können es nachts in der Salzwüste Uyuni (Bolivien) im Winter (Juli - September) bis zu -20°C werden. ...und dort werde ich auch einmal übernachten - zwar noch im Herbst, kalt wird es sicher trotzdem!
Der Reiseführer ist momentan übrigens meine Lieblingslektüre! (Vorsicht, Ironie…!) Ich kann ihn gar nicht mehr aus der Hand legen… Jeden Tag steht Reiseplanung ganz oben auf meinem Programm. …und dabei bin ich noch nicht mal besonders weit gekommen mit der Planerei: Am 30.5. ist mein offiziell letzter Arbeitstag. Für meine Kolleginnen werde ich dann eine Donauwelle backen und abends gibt es sicher noch ein Abschiedsasado (wie sich’s bei uns gehört ;) ). Am darauf folgenden Sonntag ist dann Rucksack packen angesagt, denn am Montag, den 1. Juni startet meine Südamerikareise. Tabea begleitet mich die ersten acht Tage von den argentinisch/brasilianischen Iguazú-Wasserfällen bis zur bolivianischen Salzwüste „Salar de Uyuni“ und danach bin ich mit meinen Spanischkenntnissen, meinem Reiseführer und „meinem“ Rucksack auf mich allein gestellt... ;)
Sonst noch was?
- Meine Hausaufgabenstrategie im Samstagskurs, Lollys zu verteilen, hat nicht funktioniert! Dafür funktioniert der Tipp meiner Spanischlehrerin, den Kurs einfach in mehrere Gruppen einzuteilen, super. :)
- Neben der neuen Vanessa ist letzte Woche auch Erwin eingezogen. Der 56-Jährige ist Koch und möchte mit seiner Lebensgefährtin und seiner 8-jährigen Tochter auswandern.
- Seit zwei Wochen bekommt Jesus, der Sohn meines Reitlehrers, zweimal pro Woche kostenlos Deutschunterricht von mir – und ich kann dafür kostenlos Reiten! Allerdings hat es die letzten Male immer geregnet, als ich reiten wollte. :( (Danke, patagonischer Wind…!)
- Markus ist ausgezogen und hat Peter 150.000 Guaraní dagelassen. Wir sollen von dem Geld ein Abschiedsasado machen – "posthum" quasi. Am besten stellen wir ein Foto von Markus zum Essen auf den Tisch und nennen das Asado „Markus-Gedenk-Feier“. :D
Montag, 4. Mai 2009
Deutsches Essen in Paraguay.
Nachdem es am Dienstag, den 21.4., das Abschiedsasado der Jungs gab, besuchten Volker, Aljoscha, Sarah, Tabea, Künstler-Christian und ich am Mittwoch ein klassisches Konzert im Teatro Municipal. Das Sinfonieorchester Asunción spielte verschiedenste Stücke von Brahms bis Strauss, die teilweise mit den Stimmklängen der bayrischen Sopranistin Anna-Maria Bogner vermischt wurden. Sie ist, wie auch Christian, ein Teil des deutsch-paraguayischen Künstleraustausches.
Donnerstagmorgen hieß es dann endgültig Abschied nehmen. Ein wenig traurig und mit vier voll beladenen Autos fuhren wir zum Flughafen um den Bodhi Trees auf Wiedersehen zu sagen. Bereits nach fünf Minuten am Schalter gab es einen Groupie-Auflauf hinter den Jungs und jedes der Mädels wollte ein Foto und ein Küsschen. Nach einer Weile wurde der Bereich hinter uns vom Flughafenpersonal abgesperrt und den zahlreichen Fans somit Fotos aus der Nähe verwehrt. Ich frage mich bis heute, ob sie eigentlich wissen, mit welcher Band sie sich ablichten ließen. ;)
Als die Jungs im Flugzeug saßen kehrte endlich wieder Ruhe in die Pension ein. Und damit es nicht zu ruhig wird, bekamen wir zwei neue Mitbewohner: Sarah und Markus. Sarah studiert in Köln Regionalwissenschaften Südamerika und arbeitet im PASCH-Projekt an zwei Schulen in Asunción, die auf Grund des Projekts Deutschunterricht anbieten. Markus kam ein paar Tage später an als Sarah. Im Vorhinein hieß es, er würde auswandern wollen und sich das Land erstmal anschauen, bevor seine Familie nachkommt. Letztendlich hat sich ergeben, dass Markus gar keine Familie hat und auch nicht unbedingt auswandern will. Er ist gelernter Kfz-Mechaniker und schaut sich vier Wochen lang ein bisschen in Paraguay um.
Am Samstag war Tag der offenen Tür in vier Kulturinstituten Asuncións - eins davon war das Deutsche. Und so wurde ich nach getaner Arbeit von den Mädels und Gerrit im Institut abgeholt und wir schlugen uns den Bauch mit Zwiebelkuchen und Apfelstrudel voll. Im Anschluss schauten wir im englischen und spanischen Kulturinstitut vorbei und - was auch sonst? - aßen. :) Den späten Nachmittag nutzten die Mädels und ich um Salate vorzubereiten. In kurzer Zeit entstanden ein gemischter Gemüsesalat, Nudelsalat, schwäbischer Kartoffelsalat und Obstsalat mit Flan als Geburtstagsgeschenk für Rafaela, die uns am Abend zum Asado eingeladen und sich die Salate gewünscht hatte. Tabea, Sarah, Gerrit und ich brachen, nachdem die Küche wieder funkelte, erstmal zum Joggen auf, denn was gibt es Schöneres als sich nach großer Anstrengung hungrig an den gedeckten Tisch zu setzten? :)
Kulturinstitut Spaniens: Centro Cultural de España "Juan de Salazar".
Sarah (die Neue), Sarahle, Vanessa und ich (v.l.) im spanischen Kulturinstitut bei meiner Lieblingsbeschäftigung: Essen. ;)
Sonntag wurde das schöne Wetter zum Sonnen genutzt. Wir lagen alle im Garten und lasen, lernten Spanisch, hörten Musik oder schliefen. Als die Sonne untergegangen war, fuhren wir zum akustischen Benefizkonzert, das Vanessas Chef Gustavo, für seine Schule in der Chacarita organisiert hatte. Nach der vierten Band verließen wir das japanische Kulturinstitut jedoch wieder, da sich die Bands gegenseitig im Nicht-Treffen der Töne übertrafen...
Den Anfang der darauf folgenden Woche verbrachte ich auf Arbeit und in der Pension und bis Mittwoch passierte nichts Spezielles. Am Mittwoch korrigierte ich einen Berg Hausaufgaben, nachdem ich am Morgen Spanischunterricht gehabt hatte, um am Abend, als sportlichen Ausklang des Tages, Reiten zu gehen - und wurde prompt von Picúro aus dem Galopp abgeworfen. Aber bis auf eine zerrissene Hose ist alles noch heil und mein Sport- und Reitgeist ungetrübt. ;)
Donnerstag war ein Tag der absolut konträren Emotionen - meine Emotionskurve war ein reinster Zick-Zack. Am Morgen fuhr ich mit Pensionsbesitzer Peter nach Clorinda, der nächstgelegenen Stadt in Argentinien, um mir ein neues Visum zu holen. Peter wollte seine argentinische Rente abholen und so nahm er mich kostenfrei mit. Außerdem war eine Freundin von Peter mit von der Partie, die als Überraschung ihre beiden Schwestern mitnahm. Alle drei waren starke Raucherinnen mit Lederhaut und Dauerhusten und bei ihrem Anblick war ich wieder einmal froh das Rauchen aufgegeben zu haben. In Clorinda angekommen lief ich mit den zwei Schwestern in ein Café, während Peter und die dritte Schwester ihre Rente abholten. Nach zwei Stunden (!!!) in einem Café in Clorina, dass wir nicht verlassen konnten, da keiner der beiden argentinischen Schwestern Pesos (die Währung Argentiniens) einstecken hatte und wir somit die Rechnung nicht bezahlen konnten, kam Peter endlich in seinem gekühlten Mercedes M-Klasse und holte und ab. Nachdem ich einen neuen Paraguay-Stempel im Pass hatte, war ich glücklich und wir fuhren nach Hause. Am Nachmittag fuhr ich, wie immer, mit dem Bus zur Arbeit und wurde im Institut von Sarah mit den Worten "Ey, dein Rucksack ist offen." begrüßt. Erst da fiel mir auf, dass ich im Bus gerade Opfer eines geplanten Raubüberfalles geworden war. Und da schloss sich auch der Kreis in meinem Kopf, wieso mich der Junge an der Bustür aufgehalten hatte, während hinter mir jemand schob, weil er vermeintlich aussteigen wollte... Zum Glück war nur mein Portemonnaie nicht mehr da. Und zum allergrößten Glück war meine VISAkarte, die ich an dem Tag dabei hatte um Geld zu holen, in einem anderen Fach im Rucksack... Adrenalingeladen ging ich in meinen Klassenraum, in dem zwei meiner Schüler bereits mit Geschenken auf mich warteten. Der 30. April ist in Paraguay Lehrertag. An Schulen findet kein Unterricht statt, weil alle Lehrer frei haben und die wenigen Lehrer, die trotzdem an Instituten unterrichten müssen, bekommen wenigstens Geschenke. Am Abend fuhr ich mit Vanessa und Gerrit ins Britania und trank ein paar Bierchen auf diesen mehr als verwirrenden Tag.
Das Wochenende begann zeitig, nachdem ich mich am Arbeitertag richtig ausgeschlafen hatte. Da Freitag frei war, waren nur 10 meiner Schüler da – der Rest war verreist. Natürlich fehlten die größten Rabauken, die immer den Unterricht stören, nicht. Aber ich hatte sie trotzdem im Griff. Ja, mittlerweile habe ich den Dreh raus. ;) Jetzt ist nur noch abzuwarten, ob meine neuste Strategie "Jeder der die Hausaufgaben gemacht hat bekommt als Belohung einen Lolly" funktioniert. Mal sehen, wie viele Hausaufgaben ich nächste Woche einsammeln werde... 12 Uhr, nach dem Unterricht, war auf dem Hof bereits das Büffet aufgebaut. Zum "Tag der Arbeit" ist es in Paraguay üblich, dass man seine Angestellten zum Essen einlädt. Es gab ein typisch paraguayisches Gericht, von dem ich den Namen schon wieder vergessen habe: mit Mais gefüllter, gerollter Pfannkuchenteig in einer Auflaufform drapiert und mit einer hellen Soße übergossen. Mais mit Pfannkuchen ist eine interessante Geschmackskombination, von der ich im Nachhinein nicht mal sagen kann, ob ich sie mag oder nicht. Zum Nachtisch gab es Apfelstrudel und Vanilleeis! Ich bin fast geplatzt vor Freude - und sicherlich auch, weil mein Bauch so voll war.
Im Hof des Goethe Zentrums: Sekretärin Jasmín, eine meiner nur samstags arbeitenden Kolleginnen, meine Chefin Caroline und Kollegin Aurelía (v.l.).
Am Sonntag gab es schon wieder deutsches Essen, denn der Club Alemán lud zum Maifest ein! Vanessa, Gerrit und ich aßen "2 Frankfurter, ensalada y pan" (Wiener Würsten, Kartoffelsalat und Brot). Zum Nachtisch gab es eine riesige Auswahl an Torten und Gebäcken. Ich wählte einen "Berliner" (Pfannkuchen ;)) mit "Dulce de Leche" - die wohl ekligste Kombination die es gibt. Dulce de Leche ist ein dicker, klebriger Brotaufstrich der äußerlich Erdnussbutter sehr ähnelt, aber geschmacklich viel zu süßem Karamell mit Milch gemischt.
Und so neigten sich die Wochen des deutschen Essens dem Ende. Diese Woche wird wieder streng darauf geachtet, was gegessen wird und was nicht. Süßigkeiten sind gestrichen und Obst und Gemüse stehen dafür ganz oben auf der Speisekarte. ...solange, bis ich wieder ordentlich in meine Hosen passe... ;)
Sonst noch was?
- Ich habe 4 neue Schüler bekommen. Drei davon in meinem 17 Uhr-Kurs und einen in meinem Samstagskurs. Juhu! 16 Bälger waren ja noch nicht genug... ;)
- Meine Kleinen sagten mir letzten Samstag im Unterricht, ich sei eine Hippie-Lehrerin. [Zur Erklärung: In Paraguay zwängt sich jede Frau, wie unförmig und dick sie auch immer sein mag, in hautenge Oberteile. ...meine Shirts und Blusen würde man hier wohl eher in der Umstandsabteilung verkaufen...] Ich überlege noch, ob ich es als Kompliment auffassen soll oder nicht. :)
- Es gibt Sicherheitsvorkehrungen im Goethe Zentrum zur Schweinegrippe, die laut Gesundheitsministerium zu treffen sind: in jedem Raum muss sich eine Flasche Desinfektionsmittel befinden und Lehrer sollten einen gewissen Abstand zu ihren Schülern einhalten. Na dann kann sie ja kommen, die Schweinegrippe! ;)
Donnerstagmorgen hieß es dann endgültig Abschied nehmen. Ein wenig traurig und mit vier voll beladenen Autos fuhren wir zum Flughafen um den Bodhi Trees auf Wiedersehen zu sagen. Bereits nach fünf Minuten am Schalter gab es einen Groupie-Auflauf hinter den Jungs und jedes der Mädels wollte ein Foto und ein Küsschen. Nach einer Weile wurde der Bereich hinter uns vom Flughafenpersonal abgesperrt und den zahlreichen Fans somit Fotos aus der Nähe verwehrt. Ich frage mich bis heute, ob sie eigentlich wissen, mit welcher Band sie sich ablichten ließen. ;)
Als die Jungs im Flugzeug saßen kehrte endlich wieder Ruhe in die Pension ein. Und damit es nicht zu ruhig wird, bekamen wir zwei neue Mitbewohner: Sarah und Markus. Sarah studiert in Köln Regionalwissenschaften Südamerika und arbeitet im PASCH-Projekt an zwei Schulen in Asunción, die auf Grund des Projekts Deutschunterricht anbieten. Markus kam ein paar Tage später an als Sarah. Im Vorhinein hieß es, er würde auswandern wollen und sich das Land erstmal anschauen, bevor seine Familie nachkommt. Letztendlich hat sich ergeben, dass Markus gar keine Familie hat und auch nicht unbedingt auswandern will. Er ist gelernter Kfz-Mechaniker und schaut sich vier Wochen lang ein bisschen in Paraguay um.
Am Samstag war Tag der offenen Tür in vier Kulturinstituten Asuncións - eins davon war das Deutsche. Und so wurde ich nach getaner Arbeit von den Mädels und Gerrit im Institut abgeholt und wir schlugen uns den Bauch mit Zwiebelkuchen und Apfelstrudel voll. Im Anschluss schauten wir im englischen und spanischen Kulturinstitut vorbei und - was auch sonst? - aßen. :) Den späten Nachmittag nutzten die Mädels und ich um Salate vorzubereiten. In kurzer Zeit entstanden ein gemischter Gemüsesalat, Nudelsalat, schwäbischer Kartoffelsalat und Obstsalat mit Flan als Geburtstagsgeschenk für Rafaela, die uns am Abend zum Asado eingeladen und sich die Salate gewünscht hatte. Tabea, Sarah, Gerrit und ich brachen, nachdem die Küche wieder funkelte, erstmal zum Joggen auf, denn was gibt es Schöneres als sich nach großer Anstrengung hungrig an den gedeckten Tisch zu setzten? :)
Den Anfang der darauf folgenden Woche verbrachte ich auf Arbeit und in der Pension und bis Mittwoch passierte nichts Spezielles. Am Mittwoch korrigierte ich einen Berg Hausaufgaben, nachdem ich am Morgen Spanischunterricht gehabt hatte, um am Abend, als sportlichen Ausklang des Tages, Reiten zu gehen - und wurde prompt von Picúro aus dem Galopp abgeworfen. Aber bis auf eine zerrissene Hose ist alles noch heil und mein Sport- und Reitgeist ungetrübt. ;)
Donnerstag war ein Tag der absolut konträren Emotionen - meine Emotionskurve war ein reinster Zick-Zack. Am Morgen fuhr ich mit Pensionsbesitzer Peter nach Clorinda, der nächstgelegenen Stadt in Argentinien, um mir ein neues Visum zu holen. Peter wollte seine argentinische Rente abholen und so nahm er mich kostenfrei mit. Außerdem war eine Freundin von Peter mit von der Partie, die als Überraschung ihre beiden Schwestern mitnahm. Alle drei waren starke Raucherinnen mit Lederhaut und Dauerhusten und bei ihrem Anblick war ich wieder einmal froh das Rauchen aufgegeben zu haben. In Clorinda angekommen lief ich mit den zwei Schwestern in ein Café, während Peter und die dritte Schwester ihre Rente abholten. Nach zwei Stunden (!!!) in einem Café in Clorina, dass wir nicht verlassen konnten, da keiner der beiden argentinischen Schwestern Pesos (die Währung Argentiniens) einstecken hatte und wir somit die Rechnung nicht bezahlen konnten, kam Peter endlich in seinem gekühlten Mercedes M-Klasse und holte und ab. Nachdem ich einen neuen Paraguay-Stempel im Pass hatte, war ich glücklich und wir fuhren nach Hause. Am Nachmittag fuhr ich, wie immer, mit dem Bus zur Arbeit und wurde im Institut von Sarah mit den Worten "Ey, dein Rucksack ist offen." begrüßt. Erst da fiel mir auf, dass ich im Bus gerade Opfer eines geplanten Raubüberfalles geworden war. Und da schloss sich auch der Kreis in meinem Kopf, wieso mich der Junge an der Bustür aufgehalten hatte, während hinter mir jemand schob, weil er vermeintlich aussteigen wollte... Zum Glück war nur mein Portemonnaie nicht mehr da. Und zum allergrößten Glück war meine VISAkarte, die ich an dem Tag dabei hatte um Geld zu holen, in einem anderen Fach im Rucksack... Adrenalingeladen ging ich in meinen Klassenraum, in dem zwei meiner Schüler bereits mit Geschenken auf mich warteten. Der 30. April ist in Paraguay Lehrertag. An Schulen findet kein Unterricht statt, weil alle Lehrer frei haben und die wenigen Lehrer, die trotzdem an Instituten unterrichten müssen, bekommen wenigstens Geschenke. Am Abend fuhr ich mit Vanessa und Gerrit ins Britania und trank ein paar Bierchen auf diesen mehr als verwirrenden Tag.
Das Wochenende begann zeitig, nachdem ich mich am Arbeitertag richtig ausgeschlafen hatte. Da Freitag frei war, waren nur 10 meiner Schüler da – der Rest war verreist. Natürlich fehlten die größten Rabauken, die immer den Unterricht stören, nicht. Aber ich hatte sie trotzdem im Griff. Ja, mittlerweile habe ich den Dreh raus. ;) Jetzt ist nur noch abzuwarten, ob meine neuste Strategie "Jeder der die Hausaufgaben gemacht hat bekommt als Belohung einen Lolly" funktioniert. Mal sehen, wie viele Hausaufgaben ich nächste Woche einsammeln werde... 12 Uhr, nach dem Unterricht, war auf dem Hof bereits das Büffet aufgebaut. Zum "Tag der Arbeit" ist es in Paraguay üblich, dass man seine Angestellten zum Essen einlädt. Es gab ein typisch paraguayisches Gericht, von dem ich den Namen schon wieder vergessen habe: mit Mais gefüllter, gerollter Pfannkuchenteig in einer Auflaufform drapiert und mit einer hellen Soße übergossen. Mais mit Pfannkuchen ist eine interessante Geschmackskombination, von der ich im Nachhinein nicht mal sagen kann, ob ich sie mag oder nicht. Zum Nachtisch gab es Apfelstrudel und Vanilleeis! Ich bin fast geplatzt vor Freude - und sicherlich auch, weil mein Bauch so voll war.
Und so neigten sich die Wochen des deutschen Essens dem Ende. Diese Woche wird wieder streng darauf geachtet, was gegessen wird und was nicht. Süßigkeiten sind gestrichen und Obst und Gemüse stehen dafür ganz oben auf der Speisekarte. ...solange, bis ich wieder ordentlich in meine Hosen passe... ;)
Sonst noch was?
- Ich habe 4 neue Schüler bekommen. Drei davon in meinem 17 Uhr-Kurs und einen in meinem Samstagskurs. Juhu! 16 Bälger waren ja noch nicht genug... ;)
- Meine Kleinen sagten mir letzten Samstag im Unterricht, ich sei eine Hippie-Lehrerin. [Zur Erklärung: In Paraguay zwängt sich jede Frau, wie unförmig und dick sie auch immer sein mag, in hautenge Oberteile. ...meine Shirts und Blusen würde man hier wohl eher in der Umstandsabteilung verkaufen...] Ich überlege noch, ob ich es als Kompliment auffassen soll oder nicht. :)
- Es gibt Sicherheitsvorkehrungen im Goethe Zentrum zur Schweinegrippe, die laut Gesundheitsministerium zu treffen sind: in jedem Raum muss sich eine Flasche Desinfektionsmittel befinden und Lehrer sollten einen gewissen Abstand zu ihren Schülern einhalten. Na dann kann sie ja kommen, die Schweinegrippe! ;)
Montag, 20. April 2009
Kitsch, Kunst und Konzerte.
Letzte Woche ist soviel passiert, dass ich noch nicht einmal Zeit zum Reiten hatte! Salsaunterricht musste ebenfalls ausfallen, da Vanessa sich beim Laufen, auf einem von Asuncións holperigen Gehwegen, eine Bänderzerrung im Fuß zuzog. Mittlerweile kann sie, trotz ihres geschwollenen blutunterlaufenen Fußes, wieder einigermaßen schmerzfrei gehen. Zum Glück war das die einzige Verletzung, die es in dieser aktionsreichen Woche gab...
Die Woche begann am Montag wieder ganz normal mit der alltäglichen Arbeit. Am Abend gab es eine UNO-Runde und dazu ein paar Bierchen. Da ich von allen Mädels als einzige den Bonus habe, lange ausschlafen zu können, saß ich mit den Jungs noch lange im Wohnzimmer. Kurz vor zwölf kam ein neuer Pensionsgast an: Christian (Homepage: www.engelmann-kunst.de). Der gebürtige Münchner ist Bildhauer und Teil eines deutsch-paraguayischen Kunstaustausches. Es ist wirklich erstaunlich, wie viele Künstler und auch Geisteswissenschaftler man im Ausland antrifft...! Wir redeten noch lange und er erzählte uns von seiner Kunst, seinen Projekten und seinem Leben.
Am Dienstag wiederholte sich der Montag: Arbeit, UNO, Bier - nur diesmal ohne Bildhauer-Christian.
Mittwochmittag reiste Christian zurück nach Aregua. Dort wohnt er während seines Paraguayaufenthaltes und dort findet auch das Kunstprojekt statt. Am Abend gab es dann ein riesiges Asado bei uns im Garten, da es der vorletzte Abend von Gerrits Bruder Christian in Paraguay war. Es gab, wie immer, die leckersten Dinge zu essen und als alle dick und rund waren spielten die Jungs ein unplugged-Konzert im Garten. Der einzige, der Strom zur Verfügung hatte war Ivan, denn ein Bass ohne Strom funktioniert ziemlich schlecht... Der Abend ging noch bis spät in die Nacht und war einfach super. So ein Gartenkonzert bei Nacht würde ich mir am Liebsten jeden Abend vorm Einschlafen anschauen. :)
Da Donnerstagabend der Letzte von Christians Abenden war, fuhren wir zu Acht auf einen Drink ins Hooters. Im Hooters spielte an diesem Abend eine Liveband, die für Stimmung sorgte, und als sie eine Pause einlegten, flitze Gerrit zum Sänger und fragte ihn, ob die Jungs zwei Songs spielen dürften. Sie durften. Und so gab es ein spontanes Konzert, das sogar die Kellnerinnen total begeisterte! Als wir das Hooters verließen um in eine andere Bar zu ziehen, traten Vanessa und ich etwas traurig den Heimweg an, da wir am nächsten Morgen Spanischunterricht hatten. Letztendlich waren wir aber mehr als froh darüber, denn ein Teil der Jungs war gegen vier im Bett und der andere Teil erst, als es schon wieder hell war...
Freitagmittag wurde Christian von Gerrit und Klari, einer Freundin von Gerrit, zum Flughafen gefahren. Nach der Verabschiedung warfen sich die Jungs vor den Fernseher um Fußball zu schauen und Vanessa und ich in den Garten in die Sonne. Ich hatte mir vorm Mittag die Haare dunkel gefärbt, da meine mittelbraune Haarfarbe, mit der ich in Asunción landete, mittlerweile zu einem Rotblond ausgeblichen war. Da die Farbe ziemlich dunkel geworden ist, wollte ich noch ein bisschen Gesichtsbräune tanken, bevor es am Abend zum ersten geplanten öffentlichen Konzert der Bodhi Trees ging. Gegen zehn wurden wir Mädels und Gerrit von Ingolf und Ivan, einem Arbeitskollegen von Gerrit, in der Pension abgeholt und zum Cafe en Sintonia gefahren. Gegen zwölf gab es die Premiere des Musikvideos der ersten Single der Jungs und danach begann das Konzert. Die Jungs waren super und durch die tolle Atmosphäre des Cafes wurde der Abend ein riesiger Erfolg. Leider musste ich den Abend um zwei beenden, da ich als Einzige am Samstagmorgen arbeiten muss...
Nach nur viereinhalb Stunden Schlaf machte ich mich auf den Weg zur Arbeit. Die Kleinen waren zum Glück genauso müde wie ich und so war der Unterricht, jedenfalls bis zur Pause, ziemlich entspannt. Als ich nach der Arbeit wieder zuhause war, fiel ich todmüde ins Bett und verschlief den ganzen Nachmittag. Nach dem Aufstehen fuhr ich mit Tabea in einen Park um zu Joggen. Der Park ist in der Nähe des städtischen Krankenhauses und ist umzäunt, beleuchtet und wird rund um die Uhr bewacht. Trotz der späten Abendstunde war es immer noch ziemlich heiß und das Joggen ziemlich anstrengend... Wieder zuhause angekommen entschieden sich zum Glück alle Pensionsbewohner für einen ruhigen Videoabend. Und so saßen wir zu zehnt auf und vor der Couch und schauten Herr Lehmann. :)
Der Sonntag begann für die Jungs, Gerrit und mich bereits zeitig, denn ein Ausflug nach Aregua war geplant. Viertel zehn wurden wir von Ivan und Klari mit zwei Autos abgeholt und fuhren zu zehnt (Klaris Bruder war auch mit dabei) in das kleine Künstlerörtchen am See Ypacaraí. Dort schlenderten wir durch eine Straße, in der es nur Keramikhandarbeiten zu kaufen gab - ein paar schöne Sachen und auch ein Haufen ziemlicher Kitsch. :) Im Anschluss trafen wir uns mit Bildhauer-Christian und er nahm uns zum Kunstprojekt mit. Wir durften den Künstlern über die Schulter schauen, die Kunstwerke bestaunen und am Ende sogar selbst im Hochdruckverfahren drucken. Als unser Werk vollbracht und alle hungrig waren, fuhren wir nach St. Bernadino zum Mittagessen. In einem kleinen Hotel in Seenähe konnte man für fünf Euro soviel essen, wie man wollte. Mit Essen voll bis obenhin entschieden wir uns an den See zu fahren und eine Bootsfahrt zu machen. Der See ist wunderschön, nur leider ekelhaft schmutzig, da sämtliches Abwasser der anliegenden Dörfer einfach ins Wasser abgeleitet wird. Die dadurch entstehenden dicken grünen Blasen auf der Wasseroberfläche am Ufer laden leider überhaupt nicht zum Baden ein und es ist wahnsinnig schade um den wunderschönen See, den man prima für den Tourismus nutzen könnte... Nach der Bootsfahrt besichtigten wir eine Kirche und im Anschluss noch ein Amphitheater, das einmal im Jahr für ein Musikfestival genutzt wird und 25.000 Zuschauern Platz, und einen wunderschönen Ausblick auf den See, bietet. Geschafft von der Besichtigungstour traten wir den Heimweg an und hielten unterwegs nur noch einmal an einem kleinen Eiscafé, um uns nach dem heißen Tag zu erfrischen.
Und so ging wieder einmal eine ziemlich ereignisreiche Woche vorbei. Bis zum Donnerstagmorgen beglücken uns die Jungs noch mit ihrer Anwesenheit in der Pension und danach kehrt endlich wieder Ruhe ein. …und die Mädels sind, bis auf Gerrit, wieder unter sich... :)
...Ach ja! Fast hätte ich es vergessen! Viele Grüße von Oskar! ;)
Die Woche begann am Montag wieder ganz normal mit der alltäglichen Arbeit. Am Abend gab es eine UNO-Runde und dazu ein paar Bierchen. Da ich von allen Mädels als einzige den Bonus habe, lange ausschlafen zu können, saß ich mit den Jungs noch lange im Wohnzimmer. Kurz vor zwölf kam ein neuer Pensionsgast an: Christian (Homepage: www.engelmann-kunst.de). Der gebürtige Münchner ist Bildhauer und Teil eines deutsch-paraguayischen Kunstaustausches. Es ist wirklich erstaunlich, wie viele Künstler und auch Geisteswissenschaftler man im Ausland antrifft...! Wir redeten noch lange und er erzählte uns von seiner Kunst, seinen Projekten und seinem Leben.
Am Dienstag wiederholte sich der Montag: Arbeit, UNO, Bier - nur diesmal ohne Bildhauer-Christian.
Mittwochmittag reiste Christian zurück nach Aregua. Dort wohnt er während seines Paraguayaufenthaltes und dort findet auch das Kunstprojekt statt. Am Abend gab es dann ein riesiges Asado bei uns im Garten, da es der vorletzte Abend von Gerrits Bruder Christian in Paraguay war. Es gab, wie immer, die leckersten Dinge zu essen und als alle dick und rund waren spielten die Jungs ein unplugged-Konzert im Garten. Der einzige, der Strom zur Verfügung hatte war Ivan, denn ein Bass ohne Strom funktioniert ziemlich schlecht... Der Abend ging noch bis spät in die Nacht und war einfach super. So ein Gartenkonzert bei Nacht würde ich mir am Liebsten jeden Abend vorm Einschlafen anschauen. :)
Da Donnerstagabend der Letzte von Christians Abenden war, fuhren wir zu Acht auf einen Drink ins Hooters. Im Hooters spielte an diesem Abend eine Liveband, die für Stimmung sorgte, und als sie eine Pause einlegten, flitze Gerrit zum Sänger und fragte ihn, ob die Jungs zwei Songs spielen dürften. Sie durften. Und so gab es ein spontanes Konzert, das sogar die Kellnerinnen total begeisterte! Als wir das Hooters verließen um in eine andere Bar zu ziehen, traten Vanessa und ich etwas traurig den Heimweg an, da wir am nächsten Morgen Spanischunterricht hatten. Letztendlich waren wir aber mehr als froh darüber, denn ein Teil der Jungs war gegen vier im Bett und der andere Teil erst, als es schon wieder hell war...
Freitagmittag wurde Christian von Gerrit und Klari, einer Freundin von Gerrit, zum Flughafen gefahren. Nach der Verabschiedung warfen sich die Jungs vor den Fernseher um Fußball zu schauen und Vanessa und ich in den Garten in die Sonne. Ich hatte mir vorm Mittag die Haare dunkel gefärbt, da meine mittelbraune Haarfarbe, mit der ich in Asunción landete, mittlerweile zu einem Rotblond ausgeblichen war. Da die Farbe ziemlich dunkel geworden ist, wollte ich noch ein bisschen Gesichtsbräune tanken, bevor es am Abend zum ersten geplanten öffentlichen Konzert der Bodhi Trees ging. Gegen zehn wurden wir Mädels und Gerrit von Ingolf und Ivan, einem Arbeitskollegen von Gerrit, in der Pension abgeholt und zum Cafe en Sintonia gefahren. Gegen zwölf gab es die Premiere des Musikvideos der ersten Single der Jungs und danach begann das Konzert. Die Jungs waren super und durch die tolle Atmosphäre des Cafes wurde der Abend ein riesiger Erfolg. Leider musste ich den Abend um zwei beenden, da ich als Einzige am Samstagmorgen arbeiten muss...
Nach nur viereinhalb Stunden Schlaf machte ich mich auf den Weg zur Arbeit. Die Kleinen waren zum Glück genauso müde wie ich und so war der Unterricht, jedenfalls bis zur Pause, ziemlich entspannt. Als ich nach der Arbeit wieder zuhause war, fiel ich todmüde ins Bett und verschlief den ganzen Nachmittag. Nach dem Aufstehen fuhr ich mit Tabea in einen Park um zu Joggen. Der Park ist in der Nähe des städtischen Krankenhauses und ist umzäunt, beleuchtet und wird rund um die Uhr bewacht. Trotz der späten Abendstunde war es immer noch ziemlich heiß und das Joggen ziemlich anstrengend... Wieder zuhause angekommen entschieden sich zum Glück alle Pensionsbewohner für einen ruhigen Videoabend. Und so saßen wir zu zehnt auf und vor der Couch und schauten Herr Lehmann. :)
Der Sonntag begann für die Jungs, Gerrit und mich bereits zeitig, denn ein Ausflug nach Aregua war geplant. Viertel zehn wurden wir von Ivan und Klari mit zwei Autos abgeholt und fuhren zu zehnt (Klaris Bruder war auch mit dabei) in das kleine Künstlerörtchen am See Ypacaraí. Dort schlenderten wir durch eine Straße, in der es nur Keramikhandarbeiten zu kaufen gab - ein paar schöne Sachen und auch ein Haufen ziemlicher Kitsch. :) Im Anschluss trafen wir uns mit Bildhauer-Christian und er nahm uns zum Kunstprojekt mit. Wir durften den Künstlern über die Schulter schauen, die Kunstwerke bestaunen und am Ende sogar selbst im Hochdruckverfahren drucken. Als unser Werk vollbracht und alle hungrig waren, fuhren wir nach St. Bernadino zum Mittagessen. In einem kleinen Hotel in Seenähe konnte man für fünf Euro soviel essen, wie man wollte. Mit Essen voll bis obenhin entschieden wir uns an den See zu fahren und eine Bootsfahrt zu machen. Der See ist wunderschön, nur leider ekelhaft schmutzig, da sämtliches Abwasser der anliegenden Dörfer einfach ins Wasser abgeleitet wird. Die dadurch entstehenden dicken grünen Blasen auf der Wasseroberfläche am Ufer laden leider überhaupt nicht zum Baden ein und es ist wahnsinnig schade um den wunderschönen See, den man prima für den Tourismus nutzen könnte... Nach der Bootsfahrt besichtigten wir eine Kirche und im Anschluss noch ein Amphitheater, das einmal im Jahr für ein Musikfestival genutzt wird und 25.000 Zuschauern Platz, und einen wunderschönen Ausblick auf den See, bietet. Geschafft von der Besichtigungstour traten wir den Heimweg an und hielten unterwegs nur noch einmal an einem kleinen Eiscafé, um uns nach dem heißen Tag zu erfrischen.
Und so ging wieder einmal eine ziemlich ereignisreiche Woche vorbei. Bis zum Donnerstagmorgen beglücken uns die Jungs noch mit ihrer Anwesenheit in der Pension und danach kehrt endlich wieder Ruhe ein. …und die Mädels sind, bis auf Gerrit, wieder unter sich... :)
...Ach ja! Fast hätte ich es vergessen! Viele Grüße von Oskar! ;)
Montag, 13. April 2009
Die Feiertage sind vorüber.
Ja, schaut noch mal genau auf die Uhrzeit. Es ist halb neun! Heute Morgen bin ich nämlich bereits halb sieben aufgestanden (nein, eigentlich habe ich meinen Schlaf unterbrochen…), weil meine Großeltern aus Kleinmachnow zu Besuch bei meinen Eltern sind. Und da wir uns so selten sehen und hören, habe ich angerufen und allen schöne Ostern gewünscht. Gerade eben hasse ich die sechs Stunden Zeitunterschied! Außerdem gibt es zuhause gleich Kaninchen zum Mittag! Das ist unfair! Jetzt habe ich einen riesigen Appetit auf Kaninchenbraten und wenn ich aufstehe gibt es Toast mit Käse und Marmelade! Aber dafür bin ja ich in Paraguay…ich sollte mich also nicht beschweren. :) Da ich jetzt einmal wach bin und Ostern bei mir schon vorbei ist kann ich ja auch gleich mal schreiben, was die letzte Zeit passiert ist…
In Paraguay wird zu Ostern mehr Wert auf den Tod Christi, als auf die Auferstehung gelegt. Darum ist bereits der Donnerstag vor Karfreitag ein Feiertag um sich schon mal in Trauerstimmung zu versetzten und Karfreitag den ganzen Tag zu heulen. Ja, hier wird Ostern noch richtig Ernst genommen! Die Auferstehung wird dafür nur am Sonntag gefeiert und heute gehe ich deshalb wieder arbeiten.
Am ersten vierten gab es ein Asado. Den Grund dafür weiß ich gar nicht mehr so richtig, aber zum Grillen braucht man ja auch nicht immer einen Grund. :) Die Jungs begleiteten den Abend mit ihren Gitarren und Stimmen und alles was noch fehlte um den Abend zu perfektionieren war ein Lagerfeuer. ;)
Drei Tage später gab es ein Reitturnier. Da Rafaela für ihren Verein „Nueva Vida“ eine riesige Spende Schuhe eines namhaften deutschen Schuhherstellers bekommen hat, veranstalten Vanessa und Rafaela kleinere und größere sportliche Events und bringen die Schuhe an nicht so wohl Betuchte. Diesmal waren Stallburschen aus allen möglichen Reitställen in der Umgebung die glücklichen Empfänger. Dazu fand ein Springerwettbewerb durch einen Hürdenparcour statt. Da ich samstags arbeiten musste, verpasste ich das Turnier und kam nur noch rechtzeitig zum Mittagessen. Am Schluss des Vormittags traten Christian, Gerrits Bruder, der seit einer Woche seinen Urlaub hier verbringt, und Volker, der Schlagzeuger der Band, noch zu einem Hochsprungwettbewerb über eine der Hürden an. So hatte ich auch noch was zu sehen und lachen und habe wieder einmal festgestellt: Männer werden nie erwachsen. Ich war in der Zwischenzeit übrigens auch mal wieder Reiten und kann jetzt super galoppieren UND springen. Na gut, springen KANN ich noch nicht, aber ich habe es immerhin schon ein paar Mal über die Hürde geschafft. ;)
Was gibt's denn da zu sehen?
Ach ja. Ein Pferd mit Turnschuhen. :)
Zu wenig Platz im Auto? Gibt's nicht in Paraguay.
Am siebten vierten waren die Jungs der Band, Christian und Gerrit auf meinen Wunsch mit bei mir im Unterricht. Da ich mit dem Kurs gerade im Kapitel 3 „Musik“ bin, bot sich das an. Meine Schüler sollten sich Fragen für ein Interview mit der Band ausdenken und im Anschluss live ein paar Lieder hören. Bis Donnerstag sollen sie nun als Hausaufgabe einen kurzen Text über die Band und ihren eigenen Musikgeschmack schreiben. Die Jungs sind super angekommen und meine Schüler waren wahnsinnig glücklich, dass mal so etwas Spannendes im Unterricht passierte. Außerdem freuten sie sich wahnsinnig, dass sie verstanden wurden und die Antworten, bis auf ein paar kleine Hilfen von mir, gut verstanden. Ich war natürlich auch glücklich, weil ich mich freute, dass meine Mühen im Unterricht nicht vergebens waren. Und so waren alle glücklich. Auf dem Heimweg fuhren wir, nach einem Pizzaessen, auf der Ladefläche eines Pick Ups zurück in die Pension und ließen die Haare im Wind wehen. :)
[Hier gibt's ein Video aus dem Unterricht...]
Am achten vierten hatte Vanessa Geburtstag. Nein, sie hatte eigentlich am neunten, aber wir legten ihre Feier auf den Mittwoch. Den gesamten Tag hatte ich heimlich in Rafaelas Küche Donauwelle gebacken, während Rafaela Vanessa abgelenkte. Es war ein ziemlicher Akt Sauerkirschen aufzutreiben (letztendlich hat mir Ingolf ein Glas geschenkt – Ingolf hatte ja glücklicherweise ziemliche viele Produkte, die hier nur sehr schwer zu bekommen sind, in seinem Auswander-Container), umso besser schmeckte der Kuchen am Ende und Vanessa hat sich sehr über die Überraschung gefreut, glaube ich. :) Den Geburtstagskuchen gab es allerdings erst nachts, als wir nach der Feier wieder zuhause waren. Vorher waren wir nämlich im Olders Pub, da uns der Türsteher, aufgrund der minderjährigen Jungs (in Paraguay darf man Clubs erst mit 20 betreten), den Einlass ins Britania verwehrte. Gegen eins schafften die Jungs es jedoch den Türsteher irgendwie abzulenken und so waren wir letztendlich doch noch im Britania und Vanessa konnte ihr heiß begehrtes T-Shirt bekommen (ein Britania-T-Shirt bekommt man, wenn man seinen Geburtstag in besagtem Pub feiert und eine Runde ausgibt). Da einige Bandkameraden ein bisschen zu tief ins Glas schauten, neigte sich der Abend gegen vier dem Ende.
Zu Ostern war es ziemlich ruhig in der Pension. Peter, unser "Herrbergsvater", war verreist, Michelle, Sarah und Tabea waren bereits am dritten vierten nach Buenos Aires gefahren und Rafaela und Arnaldo machten nach Vanessas Feier auch einen Osterausflug nach Argentinien. So verbrachte ich die freie Zeit ein paar Mal im Studio und schaute der Band bei den Aufnahmen fürs Album zu. Außerdem hatte ich endlich mal wieder Zeit im Garten rum zu liegen und zu lesen. Gestern füllte sich die Pension so langsam wieder. Am Abend versteckten Vanessa und ich noch Ostereier für die Jungs im Garten und machten Knoblauch-Käse-Manioka im Ofen. Anschließend spielten wir Tischtennis und UNO und dann war Ostern bereits wieder vorbei.
Und jetzt werde ich gleich frühstücken gehen und dabei voller Neid an den Kaninchenbraten denken, den ich zuhause verpasse…
Sonst noch was?
- Mein Intenviskurs ist vorbei. Heute beginnt der Nachfolgekurs, der allerdings kein Intensivkurs mehr ist, sondern ein ganz Normaler. Somit habe ich ab dieser Woche mittwochs und freitags frei und kann an diesen Tagen Reiten, Spanisch lernen und Hausaufgaben korrigieren!
- Ich habe schon wieder einen Busunfall erlebt. Diesmal ist dem Bus, indem ich saß, ein anderer Bus hinten aufgefahren. Niemand wurde verletzt – es hat nur ziemlich laut geknallt. Hoffentlich bleibt es in Zukunft bei Busunfällen ohne Verletzungen und ohne größere Schäden…
- Die Band, die ich im Artikel so oft erwähne, heißt übrigens „Bodhi Trees“. Das Video (siehe oben) und sonstige Infos sind auf ihrer Homepage www.bodhitrees.de und bei myspace zu finden.
In Paraguay wird zu Ostern mehr Wert auf den Tod Christi, als auf die Auferstehung gelegt. Darum ist bereits der Donnerstag vor Karfreitag ein Feiertag um sich schon mal in Trauerstimmung zu versetzten und Karfreitag den ganzen Tag zu heulen. Ja, hier wird Ostern noch richtig Ernst genommen! Die Auferstehung wird dafür nur am Sonntag gefeiert und heute gehe ich deshalb wieder arbeiten.
Am ersten vierten gab es ein Asado. Den Grund dafür weiß ich gar nicht mehr so richtig, aber zum Grillen braucht man ja auch nicht immer einen Grund. :) Die Jungs begleiteten den Abend mit ihren Gitarren und Stimmen und alles was noch fehlte um den Abend zu perfektionieren war ein Lagerfeuer. ;)
Drei Tage später gab es ein Reitturnier. Da Rafaela für ihren Verein „Nueva Vida“ eine riesige Spende Schuhe eines namhaften deutschen Schuhherstellers bekommen hat, veranstalten Vanessa und Rafaela kleinere und größere sportliche Events und bringen die Schuhe an nicht so wohl Betuchte. Diesmal waren Stallburschen aus allen möglichen Reitställen in der Umgebung die glücklichen Empfänger. Dazu fand ein Springerwettbewerb durch einen Hürdenparcour statt. Da ich samstags arbeiten musste, verpasste ich das Turnier und kam nur noch rechtzeitig zum Mittagessen. Am Schluss des Vormittags traten Christian, Gerrits Bruder, der seit einer Woche seinen Urlaub hier verbringt, und Volker, der Schlagzeuger der Band, noch zu einem Hochsprungwettbewerb über eine der Hürden an. So hatte ich auch noch was zu sehen und lachen und habe wieder einmal festgestellt: Männer werden nie erwachsen. Ich war in der Zwischenzeit übrigens auch mal wieder Reiten und kann jetzt super galoppieren UND springen. Na gut, springen KANN ich noch nicht, aber ich habe es immerhin schon ein paar Mal über die Hürde geschafft. ;)
Am siebten vierten waren die Jungs der Band, Christian und Gerrit auf meinen Wunsch mit bei mir im Unterricht. Da ich mit dem Kurs gerade im Kapitel 3 „Musik“ bin, bot sich das an. Meine Schüler sollten sich Fragen für ein Interview mit der Band ausdenken und im Anschluss live ein paar Lieder hören. Bis Donnerstag sollen sie nun als Hausaufgabe einen kurzen Text über die Band und ihren eigenen Musikgeschmack schreiben. Die Jungs sind super angekommen und meine Schüler waren wahnsinnig glücklich, dass mal so etwas Spannendes im Unterricht passierte. Außerdem freuten sie sich wahnsinnig, dass sie verstanden wurden und die Antworten, bis auf ein paar kleine Hilfen von mir, gut verstanden. Ich war natürlich auch glücklich, weil ich mich freute, dass meine Mühen im Unterricht nicht vergebens waren. Und so waren alle glücklich. Auf dem Heimweg fuhren wir, nach einem Pizzaessen, auf der Ladefläche eines Pick Ups zurück in die Pension und ließen die Haare im Wind wehen. :)
[Hier gibt's ein Video aus dem Unterricht...]
Am achten vierten hatte Vanessa Geburtstag. Nein, sie hatte eigentlich am neunten, aber wir legten ihre Feier auf den Mittwoch. Den gesamten Tag hatte ich heimlich in Rafaelas Küche Donauwelle gebacken, während Rafaela Vanessa abgelenkte. Es war ein ziemlicher Akt Sauerkirschen aufzutreiben (letztendlich hat mir Ingolf ein Glas geschenkt – Ingolf hatte ja glücklicherweise ziemliche viele Produkte, die hier nur sehr schwer zu bekommen sind, in seinem Auswander-Container), umso besser schmeckte der Kuchen am Ende und Vanessa hat sich sehr über die Überraschung gefreut, glaube ich. :) Den Geburtstagskuchen gab es allerdings erst nachts, als wir nach der Feier wieder zuhause waren. Vorher waren wir nämlich im Olders Pub, da uns der Türsteher, aufgrund der minderjährigen Jungs (in Paraguay darf man Clubs erst mit 20 betreten), den Einlass ins Britania verwehrte. Gegen eins schafften die Jungs es jedoch den Türsteher irgendwie abzulenken und so waren wir letztendlich doch noch im Britania und Vanessa konnte ihr heiß begehrtes T-Shirt bekommen (ein Britania-T-Shirt bekommt man, wenn man seinen Geburtstag in besagtem Pub feiert und eine Runde ausgibt). Da einige Bandkameraden ein bisschen zu tief ins Glas schauten, neigte sich der Abend gegen vier dem Ende.
Zu Ostern war es ziemlich ruhig in der Pension. Peter, unser "Herrbergsvater", war verreist, Michelle, Sarah und Tabea waren bereits am dritten vierten nach Buenos Aires gefahren und Rafaela und Arnaldo machten nach Vanessas Feier auch einen Osterausflug nach Argentinien. So verbrachte ich die freie Zeit ein paar Mal im Studio und schaute der Band bei den Aufnahmen fürs Album zu. Außerdem hatte ich endlich mal wieder Zeit im Garten rum zu liegen und zu lesen. Gestern füllte sich die Pension so langsam wieder. Am Abend versteckten Vanessa und ich noch Ostereier für die Jungs im Garten und machten Knoblauch-Käse-Manioka im Ofen. Anschließend spielten wir Tischtennis und UNO und dann war Ostern bereits wieder vorbei.
Und jetzt werde ich gleich frühstücken gehen und dabei voller Neid an den Kaninchenbraten denken, den ich zuhause verpasse…
Sonst noch was?
- Mein Intenviskurs ist vorbei. Heute beginnt der Nachfolgekurs, der allerdings kein Intensivkurs mehr ist, sondern ein ganz Normaler. Somit habe ich ab dieser Woche mittwochs und freitags frei und kann an diesen Tagen Reiten, Spanisch lernen und Hausaufgaben korrigieren!
- Ich habe schon wieder einen Busunfall erlebt. Diesmal ist dem Bus, indem ich saß, ein anderer Bus hinten aufgefahren. Niemand wurde verletzt – es hat nur ziemlich laut geknallt. Hoffentlich bleibt es in Zukunft bei Busunfällen ohne Verletzungen und ohne größere Schäden…
- Die Band, die ich im Artikel so oft erwähne, heißt übrigens „Bodhi Trees“. Das Video (siehe oben) und sonstige Infos sind auf ihrer Homepage www.bodhitrees.de und bei myspace zu finden.
Dienstag, 31. März 2009
3:2 für Sachsen.
Nach langer Zeit mal wieder ein Lebenszeichen von meiner Seite! In letzter Zeit hatte ich ziemlich viel zu tun (Spanischhausaufgaben machen, Deutschhausaufgaben kontrollieren, und und und) und darum keine Zeit zu schreiben. Aber das hole ich jetzt alles nach! Ich weiß zwar nicht so richtig, wo ich anfangen soll, weil in den zwei Wochen so viel passiert ist, aber ich fange einfach trotzdem mal an. …am besten, da wo ich aufgehört habe…
Mittlerweile gibt es eine Menge Zuwachs in der Pension.
Nachdem Manuel ausgezogen ist, ist Tabea eingezogen. Sie studiert in Magdeburg Journalismus und macht, wie Sarah, ein Praktikum bei der Allgemeinen Rundschau. Tabea kommt aus dem Vogtland und somit führt Sachsen in unserer Pension 3:2 gegen Baden-Württemberg. ;)
Vor einer Woche ist außerdem Gerrit eingezogen. Er ist Diplom-Medienwirt und Musiker aus Köln und arbeitet hier in Paraguay als Produzent in einem Studio. Das Ganze ist eine Art „interkulturelles Musikprojekt“. Er ermöglicht deutschen Newcomerbands ein Album aufzunehmen – und das preiswerter als in Deutschland und im sonnigen Paraguay. :) Gerrit ist ganz nett und bringt mal ein bisschen männliche Abwechslung in unseren Weiberhaufen. Am Sonntag ist auch schon die erste Band eingetroffen, die hier einen Monat lang ihr erstes Album aufnehmen werden. Außerdem wird noch ein Musikvideo gedreht und es finden Fotoshootings statt. Also alles was dazugehört. Die Band besteht aus vier Jungs um die 18, die für das Projekt extra eine Schulfreistellung vom Kultusministerium bekommen haben. In diesem Fall heißt es also nicht „Schule“, sondern „Musik geht vor!“. …und das kurz vorm Abitur.
Ja, und was ist sonst noch passiert? José Luis hatte Geburtstag und wir haben gleich zweimal gefeiert: vorletzte Woche Donnerstag im Britania reingefeiert und dann am Samstagabend noch mal bei ihm zuhause. Es gab einen riesigen Berg Empanadas Chilenas, die José Luis, Anita und Steffi gemacht hatten – und die waren so lecker, dass ich mein Sättigungsgefühl einfach mal ignoriert habe, bis mir schlecht war. :) Im Anschluss waren wir fünf Mädels mit noch drei Jungs von der Feier in der Pirata Bar - mein erstes echtes paraguayisches Cluberlebnis. Die Musik war scheiße, denn es lief den ganzen Abend Cachaca und Reggaeton, aber an sich war der Abend ganz witzig.
Dafür gab es am Mittwoch bessere Musik, denn wir hatten Salsaunterricht. Da zum Unterricht am Sonntag immer ein starker Frauenüberschuss vorherrscht, wollten wir unser Glück an einem anderen Tag probieren. Zur Vorsorge nahmen Vanessa und ich Gerrit mit, was sich als gute Entscheidung erwies, denn er war neben unserem Tanzlehrer der einzige Mann…
Der Donnerstagmorgen begann sehr zeitig, denn Vanessa und ich hatten Reitunterricht. Da die Sonne vormittags trotz Herbstbeginn immer noch sehr stark scheint (Sarah und ich hatten letzte bzw. diese Woche immerhin schon mal einen Sonnenstich von der Vormittagssonne), muss man eben schon halb neun auf dem Reitplatz sein. Nach der Reitstunde waren wir ziemlich fertig und unbeweglich und duschten noch die Pferde, bevor wir verschwitzt heimfuhren. Zuhause war ich zwar erschöpft, aber wahnsinnig glücklich, denn es war erst meine vierte Reitstunde und ich kann, im Moment natürlich noch nicht perfekt, galoppieren!
Am selben Abend luden mich meine Studenten aus dem Abendkurs zum essen nach dem Unterricht ein. Sie hatten mich bereits am Dienstag gefragt, ob Lust hätte – und da sage ich ja nicht nein. Damit meine Lieben auch mal Abwechslung haben und nicht immer nur mit mir Deutsch reden, brachte ich noch die Mädels mit. Letztendlich war es ein dreisprachiger Abend, den wir, einstimmig beschlossen, bald bei einem Asado in unserem Garten wiederholen werden.
Freitag hatte mich Ingolf zum Essen eingeladen. Da er ja so ziemlich den ganzen Tag mit seiner Mama alleine ist, brauchte er wohl zur Abwechslung mal einen anderen Gesprächspartner. Ingo redet nämlich wie ein Wasserfall… Er fuhr mit mir ins „El Gaucho“, ein Restaurant, in dem die Kellner mit riesigen Fleischspießen verschiedensten Fleisches an jeden Tisch kommen und jedem, der nicht nein sagt, ein Stück Fleisch abschneiden. Ich wusste gar nicht, dass eine einzige Kuh so verschieden schmecken kann! …und so habe ich leider mal wieder viel zu viel gegessen…
Als ich am Samstag zur Arbeit fuhr, hatte ich immer noch Muskelkater in den Oberarmen und im Rücken. …Beim Reiten benutze ich Muskeln, von deren Existenz ich bis jetzt noch nichts wusste… :) Den Unterricht habe ich natürlich trotzdem gemeistert. Diesmal sogar ohne wegen mangelnder Disziplin schreien zu müssen… Da die Kleinen immer ganz wild sind selber an die Tafel zu schreiben, ließ ich mir diese Arbeit größtenteils einfach abnehmen und schonte somit gleichzeitig meine muskelkatergeplagten Arme. ;)
In der Mittagspause rief mich Yasmin zu sich ins Büro und übergab mir meinen Gehaltscheck in Höhe von 2.227.067 Guarani. Ja, jetzt bin ich zweifacher Millionär! …jedenfalls in Paraguay.
Nach der Arbeit, mit Vanessa und Katrin, einer Arbeitskollegin von Vanessa, auf dem Weg zum Mittagessen in der Stadt, erlebte ich meinen ersten Verkehrsunfall in Asunción. Da paraguayische Busfahrer meistens rasen wie angestochen und nicht davor zurückschrecken in Schlängellinien rechts und links Autos zu überholen, war es absehbar, dass bald mal was passiert. Zum Glück wurde niemand verletzt und der Busfahrer hatte „nur“ einen nagelneuen metallicfarbenen Toyota seitlich gerammt… Hoffentlich ist ihm das mal eine Lehre!
Am Abend waren die Mädels, Gerrit und ich im Britania, mittlerweile unserem Lieblingslokal, und schon war das Wochenende wieder vorbei.
Seit Montag ist der Alltag wieder eingekehrt: Unterricht geben und Unterricht nehmen, zwischendurch ein bisschen Sport und natürlich viel zu viel essen. :)
_________________________________

José Luis' Hund mit gierigem Blick auf die Empanadas Chilenas.

Die beiden Neuzugänge.

Tabea, Michelle und Gerrit.
Mittlerweile gibt es eine Menge Zuwachs in der Pension.
Nachdem Manuel ausgezogen ist, ist Tabea eingezogen. Sie studiert in Magdeburg Journalismus und macht, wie Sarah, ein Praktikum bei der Allgemeinen Rundschau. Tabea kommt aus dem Vogtland und somit führt Sachsen in unserer Pension 3:2 gegen Baden-Württemberg. ;)
Vor einer Woche ist außerdem Gerrit eingezogen. Er ist Diplom-Medienwirt und Musiker aus Köln und arbeitet hier in Paraguay als Produzent in einem Studio. Das Ganze ist eine Art „interkulturelles Musikprojekt“. Er ermöglicht deutschen Newcomerbands ein Album aufzunehmen – und das preiswerter als in Deutschland und im sonnigen Paraguay. :) Gerrit ist ganz nett und bringt mal ein bisschen männliche Abwechslung in unseren Weiberhaufen. Am Sonntag ist auch schon die erste Band eingetroffen, die hier einen Monat lang ihr erstes Album aufnehmen werden. Außerdem wird noch ein Musikvideo gedreht und es finden Fotoshootings statt. Also alles was dazugehört. Die Band besteht aus vier Jungs um die 18, die für das Projekt extra eine Schulfreistellung vom Kultusministerium bekommen haben. In diesem Fall heißt es also nicht „Schule“, sondern „Musik geht vor!“. …und das kurz vorm Abitur.
Ja, und was ist sonst noch passiert? José Luis hatte Geburtstag und wir haben gleich zweimal gefeiert: vorletzte Woche Donnerstag im Britania reingefeiert und dann am Samstagabend noch mal bei ihm zuhause. Es gab einen riesigen Berg Empanadas Chilenas, die José Luis, Anita und Steffi gemacht hatten – und die waren so lecker, dass ich mein Sättigungsgefühl einfach mal ignoriert habe, bis mir schlecht war. :) Im Anschluss waren wir fünf Mädels mit noch drei Jungs von der Feier in der Pirata Bar - mein erstes echtes paraguayisches Cluberlebnis. Die Musik war scheiße, denn es lief den ganzen Abend Cachaca und Reggaeton, aber an sich war der Abend ganz witzig.
Dafür gab es am Mittwoch bessere Musik, denn wir hatten Salsaunterricht. Da zum Unterricht am Sonntag immer ein starker Frauenüberschuss vorherrscht, wollten wir unser Glück an einem anderen Tag probieren. Zur Vorsorge nahmen Vanessa und ich Gerrit mit, was sich als gute Entscheidung erwies, denn er war neben unserem Tanzlehrer der einzige Mann…
Der Donnerstagmorgen begann sehr zeitig, denn Vanessa und ich hatten Reitunterricht. Da die Sonne vormittags trotz Herbstbeginn immer noch sehr stark scheint (Sarah und ich hatten letzte bzw. diese Woche immerhin schon mal einen Sonnenstich von der Vormittagssonne), muss man eben schon halb neun auf dem Reitplatz sein. Nach der Reitstunde waren wir ziemlich fertig und unbeweglich und duschten noch die Pferde, bevor wir verschwitzt heimfuhren. Zuhause war ich zwar erschöpft, aber wahnsinnig glücklich, denn es war erst meine vierte Reitstunde und ich kann, im Moment natürlich noch nicht perfekt, galoppieren!
Am selben Abend luden mich meine Studenten aus dem Abendkurs zum essen nach dem Unterricht ein. Sie hatten mich bereits am Dienstag gefragt, ob Lust hätte – und da sage ich ja nicht nein. Damit meine Lieben auch mal Abwechslung haben und nicht immer nur mit mir Deutsch reden, brachte ich noch die Mädels mit. Letztendlich war es ein dreisprachiger Abend, den wir, einstimmig beschlossen, bald bei einem Asado in unserem Garten wiederholen werden.
Freitag hatte mich Ingolf zum Essen eingeladen. Da er ja so ziemlich den ganzen Tag mit seiner Mama alleine ist, brauchte er wohl zur Abwechslung mal einen anderen Gesprächspartner. Ingo redet nämlich wie ein Wasserfall… Er fuhr mit mir ins „El Gaucho“, ein Restaurant, in dem die Kellner mit riesigen Fleischspießen verschiedensten Fleisches an jeden Tisch kommen und jedem, der nicht nein sagt, ein Stück Fleisch abschneiden. Ich wusste gar nicht, dass eine einzige Kuh so verschieden schmecken kann! …und so habe ich leider mal wieder viel zu viel gegessen…
Als ich am Samstag zur Arbeit fuhr, hatte ich immer noch Muskelkater in den Oberarmen und im Rücken. …Beim Reiten benutze ich Muskeln, von deren Existenz ich bis jetzt noch nichts wusste… :) Den Unterricht habe ich natürlich trotzdem gemeistert. Diesmal sogar ohne wegen mangelnder Disziplin schreien zu müssen… Da die Kleinen immer ganz wild sind selber an die Tafel zu schreiben, ließ ich mir diese Arbeit größtenteils einfach abnehmen und schonte somit gleichzeitig meine muskelkatergeplagten Arme. ;)
In der Mittagspause rief mich Yasmin zu sich ins Büro und übergab mir meinen Gehaltscheck in Höhe von 2.227.067 Guarani. Ja, jetzt bin ich zweifacher Millionär! …jedenfalls in Paraguay.
Nach der Arbeit, mit Vanessa und Katrin, einer Arbeitskollegin von Vanessa, auf dem Weg zum Mittagessen in der Stadt, erlebte ich meinen ersten Verkehrsunfall in Asunción. Da paraguayische Busfahrer meistens rasen wie angestochen und nicht davor zurückschrecken in Schlängellinien rechts und links Autos zu überholen, war es absehbar, dass bald mal was passiert. Zum Glück wurde niemand verletzt und der Busfahrer hatte „nur“ einen nagelneuen metallicfarbenen Toyota seitlich gerammt… Hoffentlich ist ihm das mal eine Lehre!
Am Abend waren die Mädels, Gerrit und ich im Britania, mittlerweile unserem Lieblingslokal, und schon war das Wochenende wieder vorbei.
Seit Montag ist der Alltag wieder eingekehrt: Unterricht geben und Unterricht nehmen, zwischendurch ein bisschen Sport und natürlich viel zu viel essen. :)
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José Luis' Hund mit gierigem Blick auf die Empanadas Chilenas.
Die beiden Neuzugänge.
Tabea, Michelle und Gerrit.
Dienstag, 17. März 2009
Die Woche der alten flirtenden Männer.
Ich weiß nicht warum, aber letzte Woche war „die Woche der alten flirtenden Männer“. Da das Britania ein schöner Pub mit vielen netten Menschen ist, zog es uns am Donnerstag wieder dahin. Vanessa, ihr Chef Gustavo und Analia, eine Arbeitskollegin von Vanessa, saßen bereits wartend an einem Tisch, als Rafaela, Arnaldo und ich endlich ankamen. Es war ein lustiger Abend, wir aßen, tranken und quatschten. Irgendwann ging ich zur Bar um für Vanessa und mich Getränke zu holen. Vanessa wollte natürlich ein Getränk, das ich mir kaum merken konnte: Pfirsichsaft. Und so ging ich voll konzentriert, nicht auf meine Umgebung achtend, zur Bar und wiederholte in meinem Kopf immer wieder „jugo del durazno“. Als ich bestellt hatte und mich wie ein kleines Kind darüber freute, dass ich mir das Wort richtig gemerkt hatte, passierte es: Ken sprach mich von der Seite an. Und dann hing ich eine halbe Stunde an der Bar fest! Ich hätte ihm einfach sagen können: „Ken, ich bin 21 und du wahrscheinlich über 60. Denk also noch mal darüber nach, ob es wirklich so eine gute Idee ist mich hier ganz hemmungslos anzumachen.“. Danach hätte ich mich umdrehen und verschwinden können – habe ich aber nicht! Ich lächelte freundlich und unterhielt mich mit ihm, bis ich es schließlich doch schaffte irgendein „Meine Freundin wartet auf ihr Getränk. Tut mir leid, aber ich muss gehen.“ raus zubringen. Ich kann in solchen Situationen einfach nicht unfreundlich sein! Wir sind dann auch bald gegangen und so musste ich mich nicht noch einmal auf ein unfreiwilliges Ken-Gespräch einlassen… Was geht nur in den Köpfen solcher Männer vor??? Denkt er wirklich ernsthaft, dass ich auf Männer in seinem Alter stehe???
Freitag war ein neuer Tag und der Abend fast schon wieder vergessen. Auf Arbeit erfuhr ich, dass ich Samstagmorgen von 8.45 bis 12 Uhr einen Anfänger-Jugendkurs vertreten solle. Nach dem Unterricht fuhr ich also nach Hause und bereitete mich bis spät in die Nacht auf den Unterricht vor, da ich noch nie mit Jugendlichen oder dem Lehrwerk „Genial“ (Langenscheidt), das sie benutzen, gearbeitet habe.
Samstag früh erschien ich auf Arbeit und wurde von Caroline mit der freundlichen Nachricht überrascht, dass ich den Kurs nicht vertrete, sonder ab jetzt übernehme. AH! Darauf war ich nicht vorbereitet! Ich übernehme den Kurs! Na schön. Caroline stellte mich der Klasse vor und danach war ich allein – allein mit 15 Kindern im Alter von schätzungsweise 10-14 Jahren. Nach ein paar Hör- und Leseübungen, bastelten wir Steckbriefe mit Glitzer und bunten Stiften um sie in der nächsten Stunde mit Fotos zu versehen und an die Wand zu hängen. Ich versuchte mich die ganze Zeit in die Kleinen reinzuversetzten – ist ja bei mir noch nicht sooo lange her - um sie besser verstehen zu können… Hat aber nicht geklappt. :) Sätze wie: „Ich mag nicht: schlafen“ kann ich einfach nicht verstehen! War ich jemals in einem Alter, indem ich schlafen nicht mochte? Am Ende der Stunde stellte sich heraus, dass fünf wahnsinnig große Tokio Hotel-Fans in der Klasse sind. Verrückt! Ich wusste ja, dass Tokio Hotel weltweiten Erfolg haben – aber wer hätte gedacht, dass Paraguay auch zu den Erfolgsländern zählt? Als ich ziemlich fertig zuhause ankam, stellte ich fest, dass so ein Haufen Kinder ziemlich anstrengend ist. Großen Respekt an Realschul- und Gymnasiumslehrer! :)
Am Abend fand bei uns im Garten eine Grillfeier statt. Ich hatte dazu ein paar Arbeitskollegen eingeladen, außerdem die Mädels aus der Pension und Marcel, mit dem Vanessa und ich beim Karneval waren, mit Freundin. Grillen in Paraguay ist ganz anders als bei uns! Hier gibt es keine Steaks, hier wird Fleisch gegrillt! Darum heißt „Grillen“ auch „Asado“ (= Fleisch). 1,3 kg Rind werden ringsum gesalzen und warten dann 1,5 Stunden über der Glut auf ihren Verzehr: das beste Grillfleisch, das ich je gegessen habe! Auf Grund einer verlorenen Wette musste ich am Ende des Abends in den Pool springen. Mein Wettpartner Arnaldo zeigte sich jedoch solidarisch und sprang mit. Alles in allem war es ein feucht-fröhlicher Abend. ;)
Sonntag hatten Vanessa und ich Salsaunterricht. Wir stellten uns wie immer zu Deutsch an und ich bekam im Minutentakt „Mas sexy! Mas sexy!“ zu hören! Ich bewege mich nicht sexy genug! :( Naja, muss ich wohl mal zuhause vorm Spiegel üben... Juan, unser Salsalehrer, fragte nach der Stunde, ob wir Lust auf Britania hätten. In zwei Stunden sollten wir uns treffen. Ja warum eigentlich nicht? Da wir allerdings eine Stunde zu spät ankamen, war unsere Salsagruppe bereits verschwunden. Wir tranken also alleine ein Bierchen und warteten auf Gustavo – bis sich ein alter Mann zu uns an den Tisch setzte. Nein, nicht Ken, sondern ein grauhaariger Nürnberger, der seit 30 Jahren nicht mehr in Deutschland lebt, weil ihm das politische System nicht mehr zusagt. Nachdem er eine Weile über „den Osten“ hergezogen war, wechselte er zu Angela Merkel. „Sie ist eine Schande.“ und „Wie konnte Deutschland nur so verkommen, eine Kommunistin als Kanzlerin zu wählen?“ Dann wurde es mir zu bunt. Ich funkelte ihn böse an und erklärte ihm mal meine politische Sicht der Dinge. Danach stand er auf und verschwand. Tja, wenn ich will kann ich anscheinend doch unfreundlich sein. ;) Meine „Menschen, die ich nicht mag“-Liste hat sich um einen Punkt erweitert: 1) Amerikaner, 2) Chinesen und neu: 3) Bayern! (Ausnahmen bestätigen die Regel.) Schließlich kam Gustavo und holte uns ab. Vor kurzem hatte er sich, obwohl er keinen Führerschein besitzt und auch nicht fahren kann, ein Motorrad gekauft. …und er war tatsächlich mit seiner Maschine da – und den ganzen Weg im ersten Gang gefahren! Ah! Gemeinsam, Gustavo sein Motorrad schiebend, gingen wir zu einer Radiostation, mit der Gustavo irgendwas zu tun hat, schauten uns alles an und lernten nette Leute kennen. Auf dem Weg dorthin kamen wir an den Indianern vorbei und nachdem Gustavo sein Bike an der Sendestation abgestellt hatte, liefen wir dorthin zurück und schauten Indianertänzen mitten in der Stadt zu (siehe dazu vorletzter Artikel). Schließlich wurden wir von einem netten Radiomitarbeiter heimgefahren.
Am Montag hatte ich meine erste Spanischstunde. …ich stellte mich sogar gar nicht mal so blöd an. Langsam kommen meine vor Ewigkeiten erworbenen Spanischkenntnisse zurück. Jetzt heißt es jeden Tag: lernen, lernen, lernen.
Ach ja! Und fast hätte ich es vergessen: Manuel ist ausgezogen. Und ich konnte sogar noch einen kurzen Blick von der Seite erhaschen bevor er verschwand... ;)
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Ein paar Fotos vom Grillabend (zum Vergrößern anklicken):
die Grillmeister Arnaldo und José Luis

Asado
Freitag war ein neuer Tag und der Abend fast schon wieder vergessen. Auf Arbeit erfuhr ich, dass ich Samstagmorgen von 8.45 bis 12 Uhr einen Anfänger-Jugendkurs vertreten solle. Nach dem Unterricht fuhr ich also nach Hause und bereitete mich bis spät in die Nacht auf den Unterricht vor, da ich noch nie mit Jugendlichen oder dem Lehrwerk „Genial“ (Langenscheidt), das sie benutzen, gearbeitet habe.
Samstag früh erschien ich auf Arbeit und wurde von Caroline mit der freundlichen Nachricht überrascht, dass ich den Kurs nicht vertrete, sonder ab jetzt übernehme. AH! Darauf war ich nicht vorbereitet! Ich übernehme den Kurs! Na schön. Caroline stellte mich der Klasse vor und danach war ich allein – allein mit 15 Kindern im Alter von schätzungsweise 10-14 Jahren. Nach ein paar Hör- und Leseübungen, bastelten wir Steckbriefe mit Glitzer und bunten Stiften um sie in der nächsten Stunde mit Fotos zu versehen und an die Wand zu hängen. Ich versuchte mich die ganze Zeit in die Kleinen reinzuversetzten – ist ja bei mir noch nicht sooo lange her - um sie besser verstehen zu können… Hat aber nicht geklappt. :) Sätze wie: „Ich mag nicht: schlafen“ kann ich einfach nicht verstehen! War ich jemals in einem Alter, indem ich schlafen nicht mochte? Am Ende der Stunde stellte sich heraus, dass fünf wahnsinnig große Tokio Hotel-Fans in der Klasse sind. Verrückt! Ich wusste ja, dass Tokio Hotel weltweiten Erfolg haben – aber wer hätte gedacht, dass Paraguay auch zu den Erfolgsländern zählt? Als ich ziemlich fertig zuhause ankam, stellte ich fest, dass so ein Haufen Kinder ziemlich anstrengend ist. Großen Respekt an Realschul- und Gymnasiumslehrer! :)
Am Abend fand bei uns im Garten eine Grillfeier statt. Ich hatte dazu ein paar Arbeitskollegen eingeladen, außerdem die Mädels aus der Pension und Marcel, mit dem Vanessa und ich beim Karneval waren, mit Freundin. Grillen in Paraguay ist ganz anders als bei uns! Hier gibt es keine Steaks, hier wird Fleisch gegrillt! Darum heißt „Grillen“ auch „Asado“ (= Fleisch). 1,3 kg Rind werden ringsum gesalzen und warten dann 1,5 Stunden über der Glut auf ihren Verzehr: das beste Grillfleisch, das ich je gegessen habe! Auf Grund einer verlorenen Wette musste ich am Ende des Abends in den Pool springen. Mein Wettpartner Arnaldo zeigte sich jedoch solidarisch und sprang mit. Alles in allem war es ein feucht-fröhlicher Abend. ;)
Sonntag hatten Vanessa und ich Salsaunterricht. Wir stellten uns wie immer zu Deutsch an und ich bekam im Minutentakt „Mas sexy! Mas sexy!“ zu hören! Ich bewege mich nicht sexy genug! :( Naja, muss ich wohl mal zuhause vorm Spiegel üben... Juan, unser Salsalehrer, fragte nach der Stunde, ob wir Lust auf Britania hätten. In zwei Stunden sollten wir uns treffen. Ja warum eigentlich nicht? Da wir allerdings eine Stunde zu spät ankamen, war unsere Salsagruppe bereits verschwunden. Wir tranken also alleine ein Bierchen und warteten auf Gustavo – bis sich ein alter Mann zu uns an den Tisch setzte. Nein, nicht Ken, sondern ein grauhaariger Nürnberger, der seit 30 Jahren nicht mehr in Deutschland lebt, weil ihm das politische System nicht mehr zusagt. Nachdem er eine Weile über „den Osten“ hergezogen war, wechselte er zu Angela Merkel. „Sie ist eine Schande.“ und „Wie konnte Deutschland nur so verkommen, eine Kommunistin als Kanzlerin zu wählen?“ Dann wurde es mir zu bunt. Ich funkelte ihn böse an und erklärte ihm mal meine politische Sicht der Dinge. Danach stand er auf und verschwand. Tja, wenn ich will kann ich anscheinend doch unfreundlich sein. ;) Meine „Menschen, die ich nicht mag“-Liste hat sich um einen Punkt erweitert: 1) Amerikaner, 2) Chinesen und neu: 3) Bayern! (Ausnahmen bestätigen die Regel.) Schließlich kam Gustavo und holte uns ab. Vor kurzem hatte er sich, obwohl er keinen Führerschein besitzt und auch nicht fahren kann, ein Motorrad gekauft. …und er war tatsächlich mit seiner Maschine da – und den ganzen Weg im ersten Gang gefahren! Ah! Gemeinsam, Gustavo sein Motorrad schiebend, gingen wir zu einer Radiostation, mit der Gustavo irgendwas zu tun hat, schauten uns alles an und lernten nette Leute kennen. Auf dem Weg dorthin kamen wir an den Indianern vorbei und nachdem Gustavo sein Bike an der Sendestation abgestellt hatte, liefen wir dorthin zurück und schauten Indianertänzen mitten in der Stadt zu (siehe dazu vorletzter Artikel). Schließlich wurden wir von einem netten Radiomitarbeiter heimgefahren.
Am Montag hatte ich meine erste Spanischstunde. …ich stellte mich sogar gar nicht mal so blöd an. Langsam kommen meine vor Ewigkeiten erworbenen Spanischkenntnisse zurück. Jetzt heißt es jeden Tag: lernen, lernen, lernen.
Ach ja! Und fast hätte ich es vergessen: Manuel ist ausgezogen. Und ich konnte sogar noch einen kurzen Blick von der Seite erhaschen bevor er verschwand... ;)
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Ein paar Fotos vom Grillabend (zum Vergrößern anklicken):
die Grillmeister Arnaldo und José Luis
Asado
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