Nachdem erlebnisreichen Ruandaaufenthalt ist die restliche Woche in Uganda nicht mehr so viel passiert. Und auch in der Woche danach nicht. Es war wie immer Uni und alle Studenten waren da, weil sich das Semester dem Ende neigt und bereits nächste Woche die Examen beginnen. Am Wochenende war der Alltagstrott jedoch vorbei, denn ich habe Besuch aus Deutschland bekommen und außerdem gibt es seit dem auch einen neuen Mitbewohner in unserem Haus. Martin ist am Samstag um zwei, mit nur einer halben Stunde Verspätung, müde und erschöpft in Entebbe gelandet. Ich habe ihn natürlich persönlich mit Iris’ Auto abgeholt. Nachdem ich mich in Kampala total verfahren hatte, habe ich den Rest der Strecke recht gut gefunden (es geht allerdings auch nur geradeaus, wenn man einmal aus Kampala raus ist…). Als wir wieder zuhause waren und alles ausgepackt hatten, gab es eine große Bescherung. Martin hatte ziemlich viele Spielsachen mitgebracht und diese dann im Wohnzimmer Amis und Saidi überreicht. Die Spielzeugautos stießen bei den Jungs auf große Begeisterung, während sich Mama und Papa mit Seifenblasen beschäftigten. Somit wurde Martin bei allen sofort ins Herz geschlossen. ;) Während im Wohnzimmer alle mit den Spielsachen beschäftigt waren, ließ Ali gerade sein Zimmer einräumen. Ali ist Libanese und könnte bis auf die zwei Nuancen dunklere Haut Guildo Horns Doppelgänger sein. Er ist Mitte dreißig und ziemlich ruhig (wobei ziemlich ruhig eigentlich untertrieben ist). Und das ist auch schon alles, was ich von ihm weiß. Da ich mich noch nie mit der libanesischen Kultur befasst habe hoffe ich einfach, dass wir gut miteinander auskommen…Sonntag haben Martin und ich einen Tagesausflug durch Kampala gemacht. Nachdem wir beim MTN-Marathon waren und Mareike und Elli das Ziel erreicht hatten, frühstückten wir im Good African Coffeeshop und besuchten danach Judith und Kaschi. Mittags trafen wir uns mit Mareike und Lara bei Elli und aßen beim Äthiopier in Old Kampala zu Mittag. Weil Lara und Mareike keine Lust zu laufen hatten, besuchten wir zu dritt Kampalas größte Moschee, die Gaddafi National Mosque. Elli und ich trugen zwar lange Hosen und hatten auch unsere Schultern bedeckt, doch so leicht ist es für Frauen nicht in eine Moschee gelassen zu werden… Wir bekamen Tücher und mussten unsere Hosen (Frauen tragen keine Hosen, sondern bodenlange Röcke) und unsere Haare einwickeln. Das sah nicht nur ziemlich bescheuert aus, sondern war auch irgendwie erniedrigend, wenn so eingehüllt neben Martin mit seinen ¾-Jeanshosen und dem kurzen Hemd stand… Als wir die Moschee barfuß betraten fragte ich mich immer wieder, wieso es eigentlich noch keine islamische Alice Schwarzer gibt… Die Führung durch die Moschee, die der Muezzin persönlich vornahm war ziemlich spannend. Wir durften sogar zusehen, wie er durch das Mikro zum Beten aufrief. Danach las er Elli und mir noch eine Geschichte aus dem Koran vor. Mahmood war super nett und bis jetzt auch der einzige Moslem der meinen Fuß lesen konnte (das hat ihn übrigens besonders beeindruckt…) :) . Am Montag war wieder Uni angesagt und am Abend National Theatre und Cascades. Da Dienstage ja meine freien Tage sind machte ich auch nichts. :) Mareike und Elli kamen zum frühstücken vorbei und später erfuhren wir, als wir bereits an der UGCS waren, dass Luganda ausfällt. Im Moment ist es übrigens so heiß, dass man es kaum aushält. Die Luft ist außerdem trocken und es regnet kaum noch. …also ist faul sein schon das Richtige, was man bei so einem Wetter machen kann. ;)
[Randbemerkung: Am Freitag um 8.30 verlasse ich mit Martin Kampala. Wir reisen nach Nordwestuganda und kommen am 06.12. zurück. Also gibt es nächste Woche keinen Eintrag… Dafür aber einen umso längeren wenn ich wieder da bin. ;)]
