Ich habe übrigens ein neues Hobby: backen. Zum Glück hat Amis am Donnerstag Geburtstag. ;)
Dienstag, 28. Oktober 2008
Literaturwissenschaftsdesinteresse.
Ich habe übrigens ein neues Hobby: backen. Zum Glück hat Amis am Donnerstag Geburtstag. ;)
Sonntag, 26. Oktober 2008
Surreale Welt.
Letztens saß ich auf dem Boden vorm Fernseher als plötzlich eine winzig kleine Ameise an mir vorbeikrabbelte. Als ich gerade dachte, dass die Ameisen, die ich aus meiner Heimat kenne, viel größer sind, wurde sie von einer anderen Ameise überholt, die die zwanzigfache Größe der Kleinen hatte. Und weil mein Erstaunen nicht groß genug war, kroch eine Nacktschnecke um die Ecke, die nur ein kleines Stückchen größer war als die kleinere der beiden Ameisen. Daraufhin schlenderte ich durch den Garten und entdeckte an einem Zuckerrohrblatt eine Schnecke, die doppelt so groß war wie deutsche Weinbergschnecken. Bevor ich zurück ins Haus ging warf ich einen letzten Blick auf unsere Hanfpflanzen, die innerhalb weniger Wochen enorm gewachsen sind, und dachte mir: “In Afrika ist alles möglich.”
Mittwoch, 22. Oktober 2008
Geburtstag und was sonst noch passiert ist.
Da es bis Donnerstag gedauert hat, ehe ich wieder normal aussah, habe ich mich Montag und Dienstag nur einmal aus dem Haus getraut um ins Krankenhaus zur Nachkontrolle zu fahren. Mittwoch war meine Wange zwar immer noch ein bisschen geschwollen, allerdings war mir so langweilig zu Hause, dass mir mein Aussehen egal war und ich wieder zur Uni gegangen bin. Ich hatte für Gorett und Ruth (die beiden Mädels aus dem Advanced Language Skills Kurs) eine Hausaufgabe vorbereitet. Sie sollten Fragen zu einem Text aus der Zeitschrift Cicero über die Frau von Robert Mugabe beantworten. Dafür gab ich ihnen zwei Wochen Zeit. Da die Hausaufgabe ziemlich komplex und zeitaufwändig ist, erhob ich Einspruch, als Herr Heusing den beiden zusätzliche Hausaufgaben aufgeben wollte. Zu meiner großen Überraschung warf Ruth ein, dass sie gerne Hausaufgaben bekommt, weil ihr dadurch die Übersetzungen im Unterricht leichter fallen. Das nenne ich motivierte Studenten! Mir wäre es in meiner Schulzeit nie in den Sinn gekommen den Lehrer um Hausaufgaben zu bitten… Anschließend wertete ich mit Robert und Emanuel den Test aus, den sie letzte Woche geschrieben hatten. Mit dem durchschnittlichen Ergebnis der beiden war ich zufrieden, denn es zeigte, dass sie das Perfekt verstanden hatten. Der German Club am Freitag verlief besonders kommunikativ. Wir spielten „Finde jemanden, der …“. Bei dem Spiel bekommt jeder einen Zettel, auf dem verschiedene Sachen stehen (z.B. „ … gut singen kann“) Die Schüler hatten dann die Aufgabe sich untereinander Fragen zu stellen und so viele „jemands“ wie möglich zu finden. Das war ziemlich witzig. Bei der Auswertung von „der gut singen kann“ wollten die Schüler, dass jeder, der auf die Frage mit „ja“ geantwortet hat ein Lied singen. Und so wurde dann gesungen. Judith und ich brachten den Studenten anschließend „Bruder Jakob“ bei, weil sie unbedingt ein deutsches Lied singen wollten und mir auf die Schnelle kein besseres eingefallen ist. Und weil es gerade gepasst hat, stimmte Judith noch ein Geburtstagslied an. Danach folgten Fragen und Diskussionen und wir fanden heraus, dass es kein Geburtstagslied auf Luganda gibt und dass es auch noch gar nicht so lange her ist, dass man in Uganda die Tradition, seinen Geburtstag zu feiern, einführte… Am Abend gab es eine kleine Grillfeier bei uns im Garten. Ramadan hatte dafür am Morgen sechs Hühner geschlachtet und Sylvia hatte den ganzen Tag Essen vorbereitet. Es war super lecker! Frisches Fleisch ist eben doch was anderes als eingeschweißte Steaks aus dem Supermarkt. :) Als morgens halb fünf die letzten Gäste gegangen waren, war ich so hellwach, dass ich noch die Veranda aufräumte und Geschirr abspülte. Um fünf fiel ich schließlich ins Bett und wurde vier Stunden später von Jan und Martin geweckt, die im Garten Kaffee tranken und dabei laut diskutierten. Ich machte mir Frühstück und setzte mich mit auf die Veranda in die Sonne. Zum Glück regnete es den ganzen Nachmittag und so konnte ich meinen Kater doch noch ausschlafen… ;)
[An dieser Stelle noch mal vielen lieben Dank an alle für die lieben, zahlreichen Geburtstagswünsche!]
Da ich mittlerweile erschreckend zugenommen habe, beschlossen Elli und ich am Sonntag schwimmen zu gehen. Da es ziemlich nach Regen aussah, vergaß ich meine Sonnencreme. Am Schwimmbecken angekommen, verzogen sich alle Wolken und die Sonne schien den Rest des Tages. Das Wetter hier ist aber auch unberechenbar. Manchmal scheint die Sonne und plötzlich regnet es stundenlang und das nächste Mal ist es genau umgekehrt. Da ich mir an diesem Nachmittag einen ziemlichen schlimmen Sonnenbrand geholt habe, werde ich meine Sonnencreme garantiert nicht mehr vergessen, wenn ich schwimmen gehe, egal wie bewölkt der Himmel auch ist…
[An dieser Stelle noch mal vielen lieben Dank an alle für die lieben, zahlreichen Geburtstagswünsche!]
Da ich mittlerweile erschreckend zugenommen habe, beschlossen Elli und ich am Sonntag schwimmen zu gehen. Da es ziemlich nach Regen aussah, vergaß ich meine Sonnencreme. Am Schwimmbecken angekommen, verzogen sich alle Wolken und die Sonne schien den Rest des Tages. Das Wetter hier ist aber auch unberechenbar. Manchmal scheint die Sonne und plötzlich regnet es stundenlang und das nächste Mal ist es genau umgekehrt. Da ich mir an diesem Nachmittag einen ziemlichen schlimmen Sonnenbrand geholt habe, werde ich meine Sonnencreme garantiert nicht mehr vergessen, wenn ich schwimmen gehe, egal wie bewölkt der Himmel auch ist…
Dienstag, 14. Oktober 2008
Independence Day, Sipi Falls und Krankenhaus.
Nachdem ich die letzten zwei Monate lang in Kampala gelebt hatte ohne es auch nur ein einziges Mal zu verlassen, beschlossen Judith und ich am Wochenende irgendwo hinzufahren: mit Sabine, Flavie und Thomas nach Sipi in die Berge! Da Donnerstag Independence Day und somit Feiertag war, konnten wir den folgenden Freitag als Brückentag nutzen und hatten dadurch ein verlängertes Wochenende.
Den Independence Day verbrachte ich auf dem Sofa vorm Fernseher, da der Präsident live vom Kololo Airstrip übertragen wurde. Es waren Tausende von Menschen gekommen um die Reden vom Präsidenten und sämtlicher Minister sowie die Blaskapelle, die zwischendurch spielte, zu hören. Das war jedoch alles ziemlich langweilig und ich freute mich sehr über meine Entscheidung nicht hingefahren zu sein. Außerdem kann Saidi mittlerweile krabbeln und erreicht somit mühelos alle Gegenstände auf dem Boden und da Sylvia sehr damit beschäftigt war ein Feiertagsessen zu kochen, passte ich auf Saidi auf. Nachmittags fuhr ich zu Judith um den Wochenendtrip zu planen. In der Stadt war die Hölle los - Menschen wohin man blickte! Ich war froh, als ich endlich das Tor hinter mir schließen und mich mit Judith im Garten sonnen konnte. Am Abend, nach gelungener Planung und reichlichem Abendessen, fuhr ich satt und müde nach Hause. Dort wartete Sylvia mit einem riesigen Teller voll Reis und Hühnchen auf mich – Essen, dass sie mir vom Feiertagsessen aufgehoben hatte und ich unbedingt sofort probieren sollte. Als ich irgendwann im Bett lag war ich froh nicht geplatzt zu sein…:)
Freitagmorgen klingelte mein Wecker irgendwann als es noch nicht hell war. Ich packte meine Sachen, frühstückte und ging irgendwann vors Tor an die Straße um auf Robert, meinen Bodafahrer, zu warten. An diesem Morgen war es so kalt, dass man seinen eigenen Atem sehen konnte. Frierend wartete ich auf Robert. Und wartete, und wartete… Nachdem Robert 25 Minuten zu spät endlich doch kam, schaffte ich gerade noch so den Postbus, an dem Judith und Sabine bereits auf mich warteten. Fünf Minuten nach acht fuhr der Bus Richtung Mbale los. Wir bezahlten 12.000 Schilling für die siebenstündige Fahrt durch gesamt Ostuganda. Der Bus passierte das Mandela Stadium, den tropischen Regenwald “Mabira Forest”, weitflächige Reisfelder und Teeplantagen und wir überquerten den Nil. Die Aussicht aus dem Bus war so interessant, dass ich trotz großer Müdigkeit die ganze Zeit die Augen offen hielt. Der 36 km-Umweg über Bugiri und Tororo, den der Postbus fuhr um Postsäcke in den Poststationen im Osten abzugeben, wurde mit dem “Tororo Rock”, einem 1800 Meter hohen Felsblock mitten in der Landschaft, belohnt. Nach 322 Kilometern kamen wir schließlich in Mbara an. Da Flavie, die aus Lira anreiste, und Thomas, der zwar auch in Kampala wohnt, allerdings nicht frei bekommen hatte und somit später losfuhr, noch nicht da waren, nahmen wir zu Dritt ein Taxi nach Sipi ins “Crow’s Nest”, unserer Unterkunft, von der man einen wahnsinnig schönen Blick auf die Sipi Falls hat. Sipi selbst ist ein winzigkleiner Ort in 1170 Metern Höhe am Nordhang des Mount Elgon (4321 m). Auf Flavie und Thomas wartend, saßen wir auf der Veranda unseres Bungalows und gönnten uns zum Sonnenuntergang ein Nile. Als wir endlich zu Fünft waren aßen wir Abendbrot und fielen in unsere Doppelstockbetten. Der darauf folgende Samstag begann bereits um acht mit einem Frühstück, da uns Moses halb neun zu einer geführten Wanderung zu allen drei Wasserfällen abholte. Die Wanderung durch die bergige Landschaft dauerte insgesamt fünf Stunden. Höhepunkt der Wanderung war das Abseilen direkt neben dem untersten und höchsten Wasserfall, der 60 Meter in die Tiefe stürzt. Als wir nass und verschlammt Crow’s Nest erreichten wurden wir mit einer heißen Dusche belohnt. Danach sollte es zu einer Kaffeeplantage gehen, wo man den Kaffee bevor man ihn trinkt selbst rösten und mahlen kann. Jedoch wurden wir nach wenigen Metern von einem Regenschauer überrascht und fanden Unterschlupf in einer kleinen Bar. Da der Regen nicht aufhörte, wurde schnell klar, dass der Kaffee wohl ausfallen musste. Stattdessen kamen wir in den “Genuss” von “local beer”, das allerdings nicht viel mit Bier gemeinsam hat. Der Wirt servierte uns eine halbvolle Kanne mit vergorenem Mais-Matsch und goss diesen schließlich mit heißem Wasser auf. Als die Kanne geleert war hörte der Regen auf und wir nutzten die kurze Pause um in unser ‚Nest’ zurückzulaufen. Nachdem ich mit Judith den Sonnenuntergang von der Spitze unseres Hügels bestaunt hatte, ließen wir den Abend schließlich am Lagerfeuer ausklingen. Da Flavie den Sonnenuntergang und die unbeschreibliche Aussicht vom Hügel weit aufs Land und die Berge verschlafen hatte, stand ich mit ihr am nächsten Morgen halb sieben auf um den Hügel erneut zu besteigen und diesmal den Sonnenaufgang zu sehen. Danach packten wir unsere Sachen, frühstückten und wurden 8.45 Uhr von unserem Taxifahrer nach Mbale zurückgefahren. Da die Post sonntags nicht arbeitet, konnten wir nicht mit dem Postbus nach Kampala zurückfahren, sondern nahmen, nachdem wir uns von Flavie, die zurück nach Lira fuhr, verabschiedet hatten, einen Anderen. Dieser kam bereits nach viereinhalb Stunden in Kampala an. Zu Viert ließen wir das wahnsinnig schöne Wochenende in einem Cafè neben Shoprite ausklingen und nahmen dann jeder ein Boda-Boda nach Hause. Auf der Fahrt flog mir ein Insekt ins Auge und stach mir ins Augenlid. Als nach vier Stunden nicht nur mein Auge, sondern meine komplette Gesichtshälfte auf das Doppelte angeschwollen war, brachte Iris mich schließlich ins International Hospital Kampala. Dort bekam ich vier verschiedene Medikamente und wir fuhren wieder nach Hause. …und so schaffte es ein Insekt mir die letzten Stunden des zuvor so wunderbaren Wochenendes zu versauen…
[Randbemerkung: Montagmorgen konnte ich mein Auge immerhin schon wieder einen Zentimeter öffnen, traute mich jedoch weder in die Uni noch auf die Straße…
Randbemerkung 2: Mein süßer Schatz! Schade, dass ich mich nicht mehr von dir verabschieden konnte... Keine Katze der Welt wird dich je ersetzen können! 1000 Küsse in den Katzenhimmel!]
Den Independence Day verbrachte ich auf dem Sofa vorm Fernseher, da der Präsident live vom Kololo Airstrip übertragen wurde. Es waren Tausende von Menschen gekommen um die Reden vom Präsidenten und sämtlicher Minister sowie die Blaskapelle, die zwischendurch spielte, zu hören. Das war jedoch alles ziemlich langweilig und ich freute mich sehr über meine Entscheidung nicht hingefahren zu sein. Außerdem kann Saidi mittlerweile krabbeln und erreicht somit mühelos alle Gegenstände auf dem Boden und da Sylvia sehr damit beschäftigt war ein Feiertagsessen zu kochen, passte ich auf Saidi auf. Nachmittags fuhr ich zu Judith um den Wochenendtrip zu planen. In der Stadt war die Hölle los - Menschen wohin man blickte! Ich war froh, als ich endlich das Tor hinter mir schließen und mich mit Judith im Garten sonnen konnte. Am Abend, nach gelungener Planung und reichlichem Abendessen, fuhr ich satt und müde nach Hause. Dort wartete Sylvia mit einem riesigen Teller voll Reis und Hühnchen auf mich – Essen, dass sie mir vom Feiertagsessen aufgehoben hatte und ich unbedingt sofort probieren sollte. Als ich irgendwann im Bett lag war ich froh nicht geplatzt zu sein…:)
Freitagmorgen klingelte mein Wecker irgendwann als es noch nicht hell war. Ich packte meine Sachen, frühstückte und ging irgendwann vors Tor an die Straße um auf Robert, meinen Bodafahrer, zu warten. An diesem Morgen war es so kalt, dass man seinen eigenen Atem sehen konnte. Frierend wartete ich auf Robert. Und wartete, und wartete… Nachdem Robert 25 Minuten zu spät endlich doch kam, schaffte ich gerade noch so den Postbus, an dem Judith und Sabine bereits auf mich warteten. Fünf Minuten nach acht fuhr der Bus Richtung Mbale los. Wir bezahlten 12.000 Schilling für die siebenstündige Fahrt durch gesamt Ostuganda. Der Bus passierte das Mandela Stadium, den tropischen Regenwald “Mabira Forest”, weitflächige Reisfelder und Teeplantagen und wir überquerten den Nil. Die Aussicht aus dem Bus war so interessant, dass ich trotz großer Müdigkeit die ganze Zeit die Augen offen hielt. Der 36 km-Umweg über Bugiri und Tororo, den der Postbus fuhr um Postsäcke in den Poststationen im Osten abzugeben, wurde mit dem “Tororo Rock”, einem 1800 Meter hohen Felsblock mitten in der Landschaft, belohnt. Nach 322 Kilometern kamen wir schließlich in Mbara an. Da Flavie, die aus Lira anreiste, und Thomas, der zwar auch in Kampala wohnt, allerdings nicht frei bekommen hatte und somit später losfuhr, noch nicht da waren, nahmen wir zu Dritt ein Taxi nach Sipi ins “Crow’s Nest”, unserer Unterkunft, von der man einen wahnsinnig schönen Blick auf die Sipi Falls hat. Sipi selbst ist ein winzigkleiner Ort in 1170 Metern Höhe am Nordhang des Mount Elgon (4321 m). Auf Flavie und Thomas wartend, saßen wir auf der Veranda unseres Bungalows und gönnten uns zum Sonnenuntergang ein Nile. Als wir endlich zu Fünft waren aßen wir Abendbrot und fielen in unsere Doppelstockbetten. Der darauf folgende Samstag begann bereits um acht mit einem Frühstück, da uns Moses halb neun zu einer geführten Wanderung zu allen drei Wasserfällen abholte. Die Wanderung durch die bergige Landschaft dauerte insgesamt fünf Stunden. Höhepunkt der Wanderung war das Abseilen direkt neben dem untersten und höchsten Wasserfall, der 60 Meter in die Tiefe stürzt. Als wir nass und verschlammt Crow’s Nest erreichten wurden wir mit einer heißen Dusche belohnt. Danach sollte es zu einer Kaffeeplantage gehen, wo man den Kaffee bevor man ihn trinkt selbst rösten und mahlen kann. Jedoch wurden wir nach wenigen Metern von einem Regenschauer überrascht und fanden Unterschlupf in einer kleinen Bar. Da der Regen nicht aufhörte, wurde schnell klar, dass der Kaffee wohl ausfallen musste. Stattdessen kamen wir in den “Genuss” von “local beer”, das allerdings nicht viel mit Bier gemeinsam hat. Der Wirt servierte uns eine halbvolle Kanne mit vergorenem Mais-Matsch und goss diesen schließlich mit heißem Wasser auf. Als die Kanne geleert war hörte der Regen auf und wir nutzten die kurze Pause um in unser ‚Nest’ zurückzulaufen. Nachdem ich mit Judith den Sonnenuntergang von der Spitze unseres Hügels bestaunt hatte, ließen wir den Abend schließlich am Lagerfeuer ausklingen. Da Flavie den Sonnenuntergang und die unbeschreibliche Aussicht vom Hügel weit aufs Land und die Berge verschlafen hatte, stand ich mit ihr am nächsten Morgen halb sieben auf um den Hügel erneut zu besteigen und diesmal den Sonnenaufgang zu sehen. Danach packten wir unsere Sachen, frühstückten und wurden 8.45 Uhr von unserem Taxifahrer nach Mbale zurückgefahren. Da die Post sonntags nicht arbeitet, konnten wir nicht mit dem Postbus nach Kampala zurückfahren, sondern nahmen, nachdem wir uns von Flavie, die zurück nach Lira fuhr, verabschiedet hatten, einen Anderen. Dieser kam bereits nach viereinhalb Stunden in Kampala an. Zu Viert ließen wir das wahnsinnig schöne Wochenende in einem Cafè neben Shoprite ausklingen und nahmen dann jeder ein Boda-Boda nach Hause. Auf der Fahrt flog mir ein Insekt ins Auge und stach mir ins Augenlid. Als nach vier Stunden nicht nur mein Auge, sondern meine komplette Gesichtshälfte auf das Doppelte angeschwollen war, brachte Iris mich schließlich ins International Hospital Kampala. Dort bekam ich vier verschiedene Medikamente und wir fuhren wieder nach Hause. …und so schaffte es ein Insekt mir die letzten Stunden des zuvor so wunderbaren Wochenendes zu versauen…
[Randbemerkung: Montagmorgen konnte ich mein Auge immerhin schon wieder einen Zentimeter öffnen, traute mich jedoch weder in die Uni noch auf die Straße…
Randbemerkung 2: Mein süßer Schatz! Schade, dass ich mich nicht mehr von dir verabschieden konnte... Keine Katze der Welt wird dich je ersetzen können! 1000 Küsse in den Katzenhimmel!]
Montag, 6. Oktober 2008
Tag der deutschen Einheit und deutsche Braukunst in Uganda.
Das erste Mal in meinem Leben, dass ich den Tag der deutschen Einheit bewusst gefeiert habe war am Freitag. Schon komisch einen deutschen Nationalfeiertag im Ausland zu feiern… Noch komischer so viele Deutsche auf einem Haufen in Uganda anzutreffen. Und am komischsten waren wohl die vielen Ugander auf der Party, die deutsch sprechen konnten. So hatte man auf jeden Fall die Gelegenheit das absurde Gefühl zu erleben stolz auf seine Herkunft zu sein und außerdem den größten Teil des Abends in seiner Muttersprache zu sprechen. Der Abend war schön und ich war betrunken. Das war allerdings auch nicht schwer, da man den ganzen Abend weder für Getränke noch fürs Essen bezahlen musste (An dieser Stelle danke an alle deutschen Steuerzahler…) Es wurde getanzt, geredet und gelacht und ich habe endlich den deutschen Botschafter getroffen! :) …und außerdem noch weitere nette Menschen, die mir alle ihre Visitenkarte zugesteckt haben. Kontakte knüpfen ist im Ausland immer wichtig... Eine der Visitenkarten gehört zum Beispiel zu Toni, einem bayrischen Bierbrauer, der hier in einer Brauerei arbeitet und mich und Judith zu einer Brauereiführung mit Bier- und Krapfenverkostung eingeladen hat. Wir sollen mit vielen Freunden kommen und uns das Bier schmecken lassen. (…das wäre doch ein netter und billiger Geburtstagsausflug… Mal sehen.)
Am Samstag waren Iris, Martin (ein Rastafari-Freund von Iris), Jonas, Samuel (einer von Jonas’ Tänzern) und ich auf der Geburtstagsparty von Mr. Brown, einem ugandischen Raggae-DJ. Die Feier fand auf dem „Miami Beach“ am Viktoriasee statt. Der Strand war mehr eine große Wiese und hatte irgendwie Nordseeflair, dafür war der Blick auf den Viktoriasee bei Nacht unschlagbar! Es gab ein großes Lagerfeuer und es wurde getrommelt und Gitarre gespielt – bis es anfing zu regnen. Als Rückzugsmöglichkeit diente eine Strandbar. Irgendwann stand ein Ugander auf, die Musik ging aus und alle wurden still. Als ich gerade anfing mich zu wundern, was das alles soll, drehte er sich seiner Mzungu-Freundin zu und machte ihr einen Heiratsantrag. Sie war überglücklich und bejahte den Antrag sofort. Zuhause erzählte ich Sylvia die Geschichte und erwähnte dabei auch, dass die Mzungu-Freundin, im Gegensatz zu ihrem ugandischen Freund, ziemlich dick und auch nicht besonders hübsch war. Sie sagte mir, dass afrikanische Männer alle Mzungufrauen hübsch finden, egal wie sie aussehen. …da sieht man’s mal wieder: Geld macht sexy! :)
Übrigens hatten wir letzte Woche mal irgendwann Affen im Garten. Sie sind durch den ganzen Garten gerannt und auch auf dem Dach rumgeklettert. Laut meines Reiseführers waren es wohl grüne Meerkatzen. Ich fand die Affen sehr witzig und habe sie die ganze Zeit mit Saidi und Kaya beobachtet. Kaya war total aus dem Häuschen! Es war wohl das erste Mal in ihrem Leben, dass sie Affen begegnet ist. Irgendwann hat sie dann alle laut bellend vertrieben. Drei Tage später, als Iris den Fernseher für den aktuellen Monat bezahlt hatte, bekamen wir die Quittung für das „Affentheater“ – der Fernseher funktionierte nicht. Die Affen hatten beim Klettern irgendwas an der Satellitenschüssel zerstört. Also musste ein DSTV-Angestellter kommen und sie reparieren. Der Spaß hat dann 30.000 UgS gekostet – doofe Affen!
An der Uni ist letzte Woche nicht viel passiert, weil Montag kein einziger Student zum Unterricht erschien und Dienstag ein Feiertag (Idi-Day - Ende der Fastenzeit) war. Als Strafe für das allgemeine Schwänzen am Montag, und auch, weil es sowieso mal fällig war, erstellte ich einen Test zur Aufklärung. So bekommt man wenigstens mal ein Feedback, ob der Unterrichtsstoff über deutsche Epochen auch hängen geblieben ist. Außerdem hatte ich am Donnerstag meine erste Phonetikeinheit. Die Stunde ist ziemlich gut verlaufen und hat total Spaß gemacht. Und das nicht nur mir, sondern auch Emanuel und Robert!
Übrigens hat mir Jonas letztens beim Mittagessen den Unterschied zwischen den Deutschen und den Ugandern erzählt: „Die Deutschen existieren - Ugander leben.“ …mittlerweile kann ich das bestätigen…
Am Samstag waren Iris, Martin (ein Rastafari-Freund von Iris), Jonas, Samuel (einer von Jonas’ Tänzern) und ich auf der Geburtstagsparty von Mr. Brown, einem ugandischen Raggae-DJ. Die Feier fand auf dem „Miami Beach“ am Viktoriasee statt. Der Strand war mehr eine große Wiese und hatte irgendwie Nordseeflair, dafür war der Blick auf den Viktoriasee bei Nacht unschlagbar! Es gab ein großes Lagerfeuer und es wurde getrommelt und Gitarre gespielt – bis es anfing zu regnen. Als Rückzugsmöglichkeit diente eine Strandbar. Irgendwann stand ein Ugander auf, die Musik ging aus und alle wurden still. Als ich gerade anfing mich zu wundern, was das alles soll, drehte er sich seiner Mzungu-Freundin zu und machte ihr einen Heiratsantrag. Sie war überglücklich und bejahte den Antrag sofort. Zuhause erzählte ich Sylvia die Geschichte und erwähnte dabei auch, dass die Mzungu-Freundin, im Gegensatz zu ihrem ugandischen Freund, ziemlich dick und auch nicht besonders hübsch war. Sie sagte mir, dass afrikanische Männer alle Mzungufrauen hübsch finden, egal wie sie aussehen. …da sieht man’s mal wieder: Geld macht sexy! :)
Übrigens hatten wir letzte Woche mal irgendwann Affen im Garten. Sie sind durch den ganzen Garten gerannt und auch auf dem Dach rumgeklettert. Laut meines Reiseführers waren es wohl grüne Meerkatzen. Ich fand die Affen sehr witzig und habe sie die ganze Zeit mit Saidi und Kaya beobachtet. Kaya war total aus dem Häuschen! Es war wohl das erste Mal in ihrem Leben, dass sie Affen begegnet ist. Irgendwann hat sie dann alle laut bellend vertrieben. Drei Tage später, als Iris den Fernseher für den aktuellen Monat bezahlt hatte, bekamen wir die Quittung für das „Affentheater“ – der Fernseher funktionierte nicht. Die Affen hatten beim Klettern irgendwas an der Satellitenschüssel zerstört. Also musste ein DSTV-Angestellter kommen und sie reparieren. Der Spaß hat dann 30.000 UgS gekostet – doofe Affen!
An der Uni ist letzte Woche nicht viel passiert, weil Montag kein einziger Student zum Unterricht erschien und Dienstag ein Feiertag (Idi-Day - Ende der Fastenzeit) war. Als Strafe für das allgemeine Schwänzen am Montag, und auch, weil es sowieso mal fällig war, erstellte ich einen Test zur Aufklärung. So bekommt man wenigstens mal ein Feedback, ob der Unterrichtsstoff über deutsche Epochen auch hängen geblieben ist. Außerdem hatte ich am Donnerstag meine erste Phonetikeinheit. Die Stunde ist ziemlich gut verlaufen und hat total Spaß gemacht. Und das nicht nur mir, sondern auch Emanuel und Robert!
Übrigens hat mir Jonas letztens beim Mittagessen den Unterschied zwischen den Deutschen und den Ugandern erzählt: „Die Deutschen existieren - Ugander leben.“ …mittlerweile kann ich das bestätigen…
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