In Paraguay leben noch immer Guaranís, die Ureinwohner Paraguays, Boliviens, Argentiniens und Brasiliens, und mit ihnen leben ihre Traditionen, ihr Glaube und ihre Sagenwelt. So haben viele Paraguayer einen speziellen Glauben was Geister betrifft…denn Geister gibt es und an ihrer Existenz wird nicht gezweifelt. Im Speziellen gibt es neun mythologische Wesen, von deren Existenz die Guaraní überzeugt sind. Einer von ihnen ist Pombero. Dieser kleine Zwerg wird auch „Herr der Nacht“ genannt, da er nachts die Häuser beschützt – vorausgesetzt man bringt ein Opfer dar: Tabak, Honig oder Kaña (paraguayischer Zuckerrohrschnaps). Und dieses Opfer ist am nächsten Tag wirklich verschwunden… Eine weitere Sagengestalt ist Kurupí. Er ist der fünfte Sohn von Taú und Kerana und hat die Gestalt eines erwachsenen Mannes dessen Penis als Gürtel um den Bauch geschlungen ist. Vor ihm fürchten sich vor allem Frauen und Mädchen, denn Kurupí vergewaltigt im Dunkeln. Darum verlassen Guaraní-Frauen im Dunklen nur selten das Haus. Und so gibt es zu jeder Gestalt eine kleine Geschichte und man hat immer jemanden auf den man die Schuld schieben kann wenn etwas Schlechtes passiert oder nicht funktioniert. Sogar bei uns im Goethe Zentrum gibt es einen Geist, das hat mir Caroline gestern überzeugt erzählt. Sie hat sie auch schon zweimal gesehen - eine große helle Frauengestalt… Sie klopft oft bei Caroline an die Tür und will am Unterricht teilnehmen, außerdem hüpft sie gern in leeren Räumen über Carolines Büro und hält nachts die Nachtwächter vom Schlafen ab, indem sie Krach macht. …und so leben die Geister, Gespenster und Sagengestalten inmitten der Menschen und werden von allen akzeptiert. …und mittlerweile finde ich es sogar ein bisschen unheimlich auf Arbeit zu gehen. ;)
