Montag, 20. April 2009

Kitsch, Kunst und Konzerte.

Letzte Woche ist soviel passiert, dass ich noch nicht einmal Zeit zum Reiten hatte! Salsaunterricht musste ebenfalls ausfallen, da Vanessa sich beim Laufen, auf einem von Asuncións holperigen Gehwegen, eine Bänderzerrung im Fuß zuzog. Mittlerweile kann sie, trotz ihres geschwollenen blutunterlaufenen Fußes, wieder einigermaßen schmerzfrei gehen. Zum Glück war das die einzige Verletzung, die es in dieser aktionsreichen Woche gab...
Die Woche begann am Montag wieder ganz normal mit der alltäglichen Arbeit. Am Abend gab es eine UNO-Runde und dazu ein paar Bierchen. Da ich von allen Mädels als einzige den Bonus habe, lange ausschlafen zu können, saß ich mit den Jungs noch lange im Wohnzimmer. Kurz vor zwölf kam ein neuer Pensionsgast an: Christian (Homepage: www.engelmann-kunst.de). Der gebürtige Münchner ist Bildhauer und Teil eines deutsch-paraguayischen Kunstaustausches. Es ist wirklich erstaunlich, wie viele Künstler und auch Geisteswissenschaftler man im Ausland antrifft...! Wir redeten noch lange und er erzählte uns von seiner Kunst, seinen Projekten und seinem Leben.
Am Dienstag wiederholte sich der Montag: Arbeit, UNO, Bier - nur diesmal ohne Bildhauer-Christian.
Mittwochmittag reiste Christian zurück nach Aregua. Dort wohnt er während seines Paraguayaufenthaltes und dort findet auch das Kunstprojekt statt. Am Abend gab es dann ein riesiges Asado bei uns im Garten, da es der vorletzte Abend von Gerrits Bruder Christian in Paraguay war. Es gab, wie immer, die leckersten Dinge zu essen und als alle dick und rund waren spielten die Jungs ein unplugged-Konzert im Garten. Der einzige, der Strom zur Verfügung hatte war Ivan, denn ein Bass ohne Strom funktioniert ziemlich schlecht... Der Abend ging noch bis spät in die Nacht und war einfach super. So ein Gartenkonzert bei Nacht würde ich mir am Liebsten jeden Abend vorm Einschlafen anschauen. :)

Christian, Klari, Studio-Ivan und Studio-Peter.

Caipirinhas am laufenden Band.

Bodhi Trees im Garten mit Wohnzimmerambiente.

Da Donnerstagabend der Letzte von Christians Abenden war, fuhren wir zu Acht auf einen Drink ins Hooters. Im Hooters spielte an diesem Abend eine Liveband, die für Stimmung sorgte, und als sie eine Pause einlegten, flitze Gerrit zum Sänger und fragte ihn, ob die Jungs zwei Songs spielen dürften. Sie durften. Und so gab es ein spontanes Konzert, das sogar die Kellnerinnen total begeisterte! Als wir das Hooters verließen um in eine andere Bar zu ziehen, traten Vanessa und ich etwas traurig den Heimweg an, da wir am nächsten Morgen Spanischunterricht hatten. Letztendlich waren wir aber mehr als froh darüber, denn ein Teil der Jungs war gegen vier im Bett und der andere Teil erst, als es schon wieder hell war...

Spontankonzert im Hooters.

Und im Anschluss: Hula Hoop-Contest. :)

Freitagmittag wurde Christian von Gerrit und Klari, einer Freundin von Gerrit, zum Flughafen gefahren. Nach der Verabschiedung warfen sich die Jungs vor den Fernseher um Fußball zu schauen und Vanessa und ich in den Garten in die Sonne. Ich hatte mir vorm Mittag die Haare dunkel gefärbt, da meine mittelbraune Haarfarbe, mit der ich in Asunción landete, mittlerweile zu einem Rotblond ausgeblichen war. Da die Farbe ziemlich dunkel geworden ist, wollte ich noch ein bisschen Gesichtsbräune tanken, bevor es am Abend zum ersten geplanten öffentlichen Konzert der Bodhi Trees ging. Gegen zehn wurden wir Mädels und Gerrit von Ingolf und Ivan, einem Arbeitskollegen von Gerrit, in der Pension abgeholt und zum Cafe en Sintonia gefahren. Gegen zwölf gab es die Premiere des Musikvideos der ersten Single der Jungs und danach begann das Konzert. Die Jungs waren super und durch die tolle Atmosphäre des Cafes wurde der Abend ein riesiger Erfolg. Leider musste ich den Abend um zwei beenden, da ich als Einzige am Samstagmorgen arbeiten muss...

Konzert im Cafe en Sintonia.

Groupie Tabea mit Schlagzeuger Volker.

Groupie Christina mit Bassist Ivan.

Groupie Vanessa mit Gitarrist Jonas.

Nach nur viereinhalb Stunden Schlaf machte ich mich auf den Weg zur Arbeit. Die Kleinen waren zum Glück genauso müde wie ich und so war der Unterricht, jedenfalls bis zur Pause, ziemlich entspannt. Als ich nach der Arbeit wieder zuhause war, fiel ich todmüde ins Bett und verschlief den ganzen Nachmittag. Nach dem Aufstehen fuhr ich mit Tabea in einen Park um zu Joggen. Der Park ist in der Nähe des städtischen Krankenhauses und ist umzäunt, beleuchtet und wird rund um die Uhr bewacht. Trotz der späten Abendstunde war es immer noch ziemlich heiß und das Joggen ziemlich anstrengend... Wieder zuhause angekommen entschieden sich zum Glück alle Pensionsbewohner für einen ruhigen Videoabend. Und so saßen wir zu zehnt auf und vor der Couch und schauten Herr Lehmann. :)
Der Sonntag begann für die Jungs, Gerrit und mich bereits zeitig, denn ein Ausflug nach Aregua war geplant. Viertel zehn wurden wir von Ivan und Klari mit zwei Autos abgeholt und fuhren zu zehnt (Klaris Bruder war auch mit dabei) in das kleine Künstlerörtchen am See Ypacaraí. Dort schlenderten wir durch eine Straße, in der es nur Keramikhandarbeiten zu kaufen gab - ein paar schöne Sachen und auch ein Haufen ziemlicher Kitsch. :) Im Anschluss trafen wir uns mit Bildhauer-Christian und er nahm uns zum Kunstprojekt mit. Wir durften den Künstlern über die Schulter schauen, die Kunstwerke bestaunen und am Ende sogar selbst im Hochdruckverfahren drucken. Als unser Werk vollbracht und alle hungrig waren, fuhren wir nach St. Bernadino zum Mittagessen. In einem kleinen Hotel in Seenähe konnte man für fünf Euro soviel essen, wie man wollte. Mit Essen voll bis obenhin entschieden wir uns an den See zu fahren und eine Bootsfahrt zu machen. Der See ist wunderschön, nur leider ekelhaft schmutzig, da sämtliches Abwasser der anliegenden Dörfer einfach ins Wasser abgeleitet wird. Die dadurch entstehenden dicken grünen Blasen auf der Wasseroberfläche am Ufer laden leider überhaupt nicht zum Baden ein und es ist wahnsinnig schade um den wunderschönen See, den man prima für den Tourismus nutzen könnte... Nach der Bootsfahrt besichtigten wir eine Kirche und im Anschluss noch ein Amphitheater, das einmal im Jahr für ein Musikfestival genutzt wird und 25.000 Zuschauern Platz, und einen wunderschönen Ausblick auf den See, bietet. Geschafft von der Besichtigungstour traten wir den Heimweg an und hielten unterwegs nur noch einmal an einem kleinen Eiscafé, um uns nach dem heißen Tag zu erfrischen.

Klari vorm Keramik-Kitsch.

Künstler vereint.

Entstehung der Druckvorlage.

Die fertigen Drucke.

Im Amphitheater: Blick auf die Bühne und See Ypacaraí.

Kurze Verschnaufpause: Volker, Jonas, Christina, Aljoscha, Gerrit, Guillermo und Ivan (v.l.).

Und so ging wieder einmal eine ziemlich ereignisreiche Woche vorbei. Bis zum Donnerstagmorgen beglücken uns die Jungs noch mit ihrer Anwesenheit in der Pension und danach kehrt endlich wieder Ruhe ein. …und die Mädels sind, bis auf Gerrit, wieder unter sich... :)

...Ach ja! Fast hätte ich es vergessen! Viele Grüße von Oskar! ;)

Sonntag, 19. April 2009

Die Kinder der Schönen und Reichen.

In Asuncion ist es wie in jeder anderen Hauptstadt eines Entwicklungslandes: es gibt eine riesige Kluft zwischen Arm und Reich. Als Europäer gehört man natürlich zur oberen Gesellschaftsschicht - selbst als Student. Da ich am Goethe Zentrum arbeite, bin ich meist nur von Menschen aus dieser Schicht umgeben, denn Sprachkurse kann sich nun mal nicht jeder leisten. Für Kinder von acht bis neun, deren reiche Eltern ihren Spösslingen schon frühzeitig eine umfangreiche Bildung ermöglichen wollen, gibt es Kindersprachkurs. In diesen Kursen habe ich noch nie hospitiert, aber meine Kolleginnen erzählten schon oft, dass diese Kurse besonders anstrengend seien, da die Kinder sehr frech sind. Aber wieso sind denn gerade Oberschichtenkinder so frech? Reiche Familien in Asunción haben ein Kindermädchen! Und dieses Kindermädchen macht alles für die Kinder - und damit meine ich ALLES. So müssen z.B. noch nicht einmal vom Tisch gefallene Stifte aufgehoben werden - wozu hat man schließlich ein Kindermädchen, das sich bücken kann? Und so benehmen sich die Kinder dann eben auch im Unterricht! "Heb mal das Papier auf, das ist mir runter gefallen." ist ein Satz der nicht selten gegenüber der Lehrerin geäußert wird, da die Kinder oft nicht zwischen Kindermädchen und Lehrerin differenzieren können.
Der neuste Trend in der Schicht der Schönen und Reichen sind übrigens "Nurses". Diese Krankenschwestern kann man sich für die ersten drei bis vier Wochen nach der Geburt "kaufen", damit sie sich rund um die Uhr um das Neugeborene kümmern, das heißt Baby wickeln, baden und füttern. Mama kann sich während dessen von der schweren Geburt erholen und durch Nichtstun ihre ursprüngliche Schönheit zurückerlangen. Diese "Nurses" sind natürlich eigentlich ziemlich überflüssig und verbauen außerdem der Mutter die Chance eine tiefere Bindung zu ihrem eigenen Kind aufzubauen - aber darum geht es ja nicht. Es geht nicht darum, ob eine "Nurse" sinnvoll ist oder nicht - es geht einzig und allein darum sich abzugrenzen! Und wer es sich leisten kann, der leistet es sich eben…

Montag, 13. April 2009

Die Feiertage sind vorüber.

Ja, schaut noch mal genau auf die Uhrzeit. Es ist halb neun! Heute Morgen bin ich nämlich bereits halb sieben aufgestanden (nein, eigentlich habe ich meinen Schlaf unterbrochen…), weil meine Großeltern aus Kleinmachnow zu Besuch bei meinen Eltern sind. Und da wir uns so selten sehen und hören, habe ich angerufen und allen schöne Ostern gewünscht. Gerade eben hasse ich die sechs Stunden Zeitunterschied! Außerdem gibt es zuhause gleich Kaninchen zum Mittag! Das ist unfair! Jetzt habe ich einen riesigen Appetit auf Kaninchenbraten und wenn ich aufstehe gibt es Toast mit Käse und Marmelade! Aber dafür bin ja ich in Paraguay…ich sollte mich also nicht beschweren. :) Da ich jetzt einmal wach bin und Ostern bei mir schon vorbei ist kann ich ja auch gleich mal schreiben, was die letzte Zeit passiert ist…
In Paraguay wird zu Ostern mehr Wert auf den Tod Christi, als auf die Auferstehung gelegt. Darum ist bereits der Donnerstag vor Karfreitag ein Feiertag um sich schon mal in Trauerstimmung zu versetzten und Karfreitag den ganzen Tag zu heulen. Ja, hier wird Ostern noch richtig Ernst genommen! Die Auferstehung wird dafür nur am Sonntag gefeiert und heute gehe ich deshalb wieder arbeiten.
Am ersten vierten gab es ein Asado. Den Grund dafür weiß ich gar nicht mehr so richtig, aber zum Grillen braucht man ja auch nicht immer einen Grund. :) Die Jungs begleiteten den Abend mit ihren Gitarren und Stimmen und alles was noch fehlte um den Abend zu perfektionieren war ein Lagerfeuer. ;)

Die gierige Adadorunde.

Musik mit Gitarren.

Und Musik ohne Gitarren.

Drei Tage später gab es ein Reitturnier. Da Rafaela für ihren Verein „Nueva Vida“ eine riesige Spende Schuhe eines namhaften deutschen Schuhherstellers bekommen hat, veranstalten Vanessa und Rafaela kleinere und größere sportliche Events und bringen die Schuhe an nicht so wohl Betuchte. Diesmal waren Stallburschen aus allen möglichen Reitställen in der Umgebung die glücklichen Empfänger. Dazu fand ein Springerwettbewerb durch einen Hürdenparcour statt. Da ich samstags arbeiten musste, verpasste ich das Turnier und kam nur noch rechtzeitig zum Mittagessen. Am Schluss des Vormittags traten Christian, Gerrits Bruder, der seit einer Woche seinen Urlaub hier verbringt, und Volker, der Schlagzeuger der Band, noch zu einem Hochsprungwettbewerb über eine der Hürden an. So hatte ich auch noch was zu sehen und lachen und habe wieder einmal festgestellt: Männer werden nie erwachsen. Ich war in der Zwischenzeit übrigens auch mal wieder Reiten und kann jetzt super galoppieren UND springen. Na gut, springen KANN ich noch nicht, aber ich habe es immerhin schon ein paar Mal über die Hürde geschafft. ;)

Was gibt's denn da zu sehen?

Ach ja. Ein Pferd mit Turnschuhen. :)

Zu wenig Platz im Auto? Gibt's nicht in Paraguay.

Am siebten vierten waren die Jungs der Band, Christian und Gerrit auf meinen Wunsch mit bei mir im Unterricht. Da ich mit dem Kurs gerade im Kapitel 3 „Musik“ bin, bot sich das an. Meine Schüler sollten sich Fragen für ein Interview mit der Band ausdenken und im Anschluss live ein paar Lieder hören. Bis Donnerstag sollen sie nun als Hausaufgabe einen kurzen Text über die Band und ihren eigenen Musikgeschmack schreiben. Die Jungs sind super angekommen und meine Schüler waren wahnsinnig glücklich, dass mal so etwas Spannendes im Unterricht passierte. Außerdem freuten sie sich wahnsinnig, dass sie verstanden wurden und die Antworten, bis auf ein paar kleine Hilfen von mir, gut verstanden. Ich war natürlich auch glücklich, weil ich mich freute, dass meine Mühen im Unterricht nicht vergebens waren. Und so waren alle glücklich. Auf dem Heimweg fuhren wir, nach einem Pizzaessen, auf der Ladefläche eines Pick Ups zurück in die Pension und ließen die Haare im Wind wehen. :)

[Hier gibt's ein Video aus dem Unterricht...]

Am achten vierten hatte Vanessa Geburtstag. Nein, sie hatte eigentlich am neunten, aber wir legten ihre Feier auf den Mittwoch. Den gesamten Tag hatte ich heimlich in Rafaelas Küche Donauwelle gebacken, während Rafaela Vanessa abgelenkte. Es war ein ziemlicher Akt Sauerkirschen aufzutreiben (letztendlich hat mir Ingolf ein Glas geschenkt – Ingolf hatte ja glücklicherweise ziemliche viele Produkte, die hier nur sehr schwer zu bekommen sind, in seinem Auswander-Container), umso besser schmeckte der Kuchen am Ende und Vanessa hat sich sehr über die Überraschung gefreut, glaube ich. :) Den Geburtstagskuchen gab es allerdings erst nachts, als wir nach der Feier wieder zuhause waren. Vorher waren wir nämlich im Olders Pub, da uns der Türsteher, aufgrund der minderjährigen Jungs (in Paraguay darf man Clubs erst mit 20 betreten), den Einlass ins Britania verwehrte. Gegen eins schafften die Jungs es jedoch den Türsteher irgendwie abzulenken und so waren wir letztendlich doch noch im Britania und Vanessa konnte ihr heiß begehrtes T-Shirt bekommen (ein Britania-T-Shirt bekommt man, wenn man seinen Geburtstag in besagtem Pub feiert und eine Runde ausgibt). Da einige Bandkameraden ein bisschen zu tief ins Glas schauten, neigte sich der Abend gegen vier dem Ende.

Die ganze Bande: Gerrit, Guillermo, Volker, Jonas (hinten), Ivan (vorn) und Aljoscha. (v.l.)

Das strahlende Geburtstagskind.

Zu Ostern war es ziemlich ruhig in der Pension. Peter, unser "Herrbergsvater", war verreist, Michelle, Sarah und Tabea waren bereits am dritten vierten nach Buenos Aires gefahren und Rafaela und Arnaldo machten nach Vanessas Feier auch einen Osterausflug nach Argentinien. So verbrachte ich die freie Zeit ein paar Mal im Studio und schaute der Band bei den Aufnahmen fürs Album zu. Außerdem hatte ich endlich mal wieder Zeit im Garten rum zu liegen und zu lesen. Gestern füllte sich die Pension so langsam wieder. Am Abend versteckten Vanessa und ich noch Ostereier für die Jungs im Garten und machten Knoblauch-Käse-Manioka im Ofen. Anschließend spielten wir Tischtennis und UNO und dann war Ostern bereits wieder vorbei.
Und jetzt werde ich gleich frühstücken gehen und dabei voller Neid an den Kaninchenbraten denken, den ich zuhause verpasse…

Sonst noch was?
- Mein Intenviskurs ist vorbei. Heute beginnt der Nachfolgekurs, der allerdings kein Intensivkurs mehr ist, sondern ein ganz Normaler. Somit habe ich ab dieser Woche mittwochs und freitags frei und kann an diesen Tagen Reiten, Spanisch lernen und Hausaufgaben korrigieren!
- Ich habe schon wieder einen Busunfall erlebt. Diesmal ist dem Bus, indem ich saß, ein anderer Bus hinten aufgefahren. Niemand wurde verletzt – es hat nur ziemlich laut geknallt. Hoffentlich bleibt es in Zukunft bei Busunfällen ohne Verletzungen und ohne größere Schäden…
- Die Band, die ich im Artikel so oft erwähne, heißt übrigens „Bodhi Trees“. Das Video (siehe oben) und sonstige Infos sind auf ihrer Homepage www.bodhitrees.de und bei myspace zu finden.

Freitag, 3. April 2009

Paraguayer und SchönheitsOPs.

In Paragay macht man kein Geheimnis um SchönheitsOPs. Ist ja eigentlich auch richtig, denn unechte Brüste erkennt man selbst, wenn man auf beiden Augen blind ist - wozu also lügen? Und da Paraguayer im allgemein sehr ehrlich und direkt sind, was positive oder negative Kommentare zur Figur angeht, wird auch offen über besagte Operationen geredet. Neulich, Samstagmorgen während der Pause im Lehrerzimmer, wurde das Thema "Figur" wieder einmal ausgiebig beredet. Wer sieht besonders gut aus? Was darf man essen? Auf die Frage an eine Lehrerin und zweifache Mutter, wieviel Sport man machen müsse um SO einen flachen Bauch zu bekommen, antwortete sie: "Ach mein Bauch? Der ist operiert. Nach zwei Kindern kriegste den auch mit Sport nicht mehr weg." In Deutschland ist diese Art von Ehrlichkeit nur schwer vorstellbar... In Asunción ist es sogar schon vorgekommen, dass Schönheitsoperationen in Polizeikontrollen vor Strafe schützten: "Ich konnte mich nicht anschnallen, meine Brust ist frisch operiert." wird durchaus als plausibler Grund akzeptiert! ...also Ehrlichkeit und Direktheit gut und schön - aber wenn Ästhetik vor Sicherheit geht, dann sollte man seine Ansichten doch nochmal überdenken...