Die Woche begann am Montag wieder ganz normal mit der alltäglichen Arbeit. Am Abend gab es eine UNO-Runde und dazu ein paar Bierchen. Da ich von allen Mädels als einzige den Bonus habe, lange ausschlafen zu können, saß ich mit den Jungs noch lange im Wohnzimmer. Kurz vor zwölf kam ein neuer Pensionsgast an: Christian (Homepage: www.engelmann-kunst.de). Der gebürtige Münchner ist Bildhauer und Teil eines deutsch-paraguayischen Kunstaustausches. Es ist wirklich erstaunlich, wie viele Künstler und auch Geisteswissenschaftler man im Ausland antrifft...! Wir redeten noch lange und er erzählte uns von seiner Kunst, seinen Projekten und seinem Leben.
Am Dienstag wiederholte sich der Montag: Arbeit, UNO, Bier - nur diesmal ohne Bildhauer-Christian.
Mittwochmittag reiste Christian zurück nach Aregua. Dort wohnt er während seines Paraguayaufenthaltes und dort findet auch das Kunstprojekt statt. Am Abend gab es dann ein riesiges Asado bei uns im Garten, da es der vorletzte Abend von Gerrits Bruder Christian in Paraguay war. Es gab, wie immer, die leckersten Dinge zu essen und als alle dick und rund waren spielten die Jungs ein unplugged-Konzert im Garten. Der einzige, der Strom zur Verfügung hatte war Ivan, denn ein Bass ohne Strom funktioniert ziemlich schlecht... Der Abend ging noch bis spät in die Nacht und war einfach super. So ein Gartenkonzert bei Nacht würde ich mir am Liebsten jeden Abend vorm Einschlafen anschauen. :)
Da Donnerstagabend der Letzte von Christians Abenden war, fuhren wir zu Acht auf einen Drink ins Hooters. Im Hooters spielte an diesem Abend eine Liveband, die für Stimmung sorgte, und als sie eine Pause einlegten, flitze Gerrit zum Sänger und fragte ihn, ob die Jungs zwei Songs spielen dürften. Sie durften. Und so gab es ein spontanes Konzert, das sogar die Kellnerinnen total begeisterte! Als wir das Hooters verließen um in eine andere Bar zu ziehen, traten Vanessa und ich etwas traurig den Heimweg an, da wir am nächsten Morgen Spanischunterricht hatten. Letztendlich waren wir aber mehr als froh darüber, denn ein Teil der Jungs war gegen vier im Bett und der andere Teil erst, als es schon wieder hell war...
Freitagmittag wurde Christian von Gerrit und Klari, einer Freundin von Gerrit, zum Flughafen gefahren. Nach der Verabschiedung warfen sich die Jungs vor den Fernseher um Fußball zu schauen und Vanessa und ich in den Garten in die Sonne. Ich hatte mir vorm Mittag die Haare dunkel gefärbt, da meine mittelbraune Haarfarbe, mit der ich in Asunción landete, mittlerweile zu einem Rotblond ausgeblichen war. Da die Farbe ziemlich dunkel geworden ist, wollte ich noch ein bisschen Gesichtsbräune tanken, bevor es am Abend zum ersten geplanten öffentlichen Konzert der Bodhi Trees ging. Gegen zehn wurden wir Mädels und Gerrit von Ingolf und Ivan, einem Arbeitskollegen von Gerrit, in der Pension abgeholt und zum Cafe en Sintonia gefahren. Gegen zwölf gab es die Premiere des Musikvideos der ersten Single der Jungs und danach begann das Konzert. Die Jungs waren super und durch die tolle Atmosphäre des Cafes wurde der Abend ein riesiger Erfolg. Leider musste ich den Abend um zwei beenden, da ich als Einzige am Samstagmorgen arbeiten muss...
Nach nur viereinhalb Stunden Schlaf machte ich mich auf den Weg zur Arbeit. Die Kleinen waren zum Glück genauso müde wie ich und so war der Unterricht, jedenfalls bis zur Pause, ziemlich entspannt. Als ich nach der Arbeit wieder zuhause war, fiel ich todmüde ins Bett und verschlief den ganzen Nachmittag. Nach dem Aufstehen fuhr ich mit Tabea in einen Park um zu Joggen. Der Park ist in der Nähe des städtischen Krankenhauses und ist umzäunt, beleuchtet und wird rund um die Uhr bewacht. Trotz der späten Abendstunde war es immer noch ziemlich heiß und das Joggen ziemlich anstrengend... Wieder zuhause angekommen entschieden sich zum Glück alle Pensionsbewohner für einen ruhigen Videoabend. Und so saßen wir zu zehnt auf und vor der Couch und schauten Herr Lehmann. :)
Der Sonntag begann für die Jungs, Gerrit und mich bereits zeitig, denn ein Ausflug nach Aregua war geplant. Viertel zehn wurden wir von Ivan und Klari mit zwei Autos abgeholt und fuhren zu zehnt (Klaris Bruder war auch mit dabei) in das kleine Künstlerörtchen am See Ypacaraí. Dort schlenderten wir durch eine Straße, in der es nur Keramikhandarbeiten zu kaufen gab - ein paar schöne Sachen und auch ein Haufen ziemlicher Kitsch. :) Im Anschluss trafen wir uns mit Bildhauer-Christian und er nahm uns zum Kunstprojekt mit. Wir durften den Künstlern über die Schulter schauen, die Kunstwerke bestaunen und am Ende sogar selbst im Hochdruckverfahren drucken. Als unser Werk vollbracht und alle hungrig waren, fuhren wir nach St. Bernadino zum Mittagessen. In einem kleinen Hotel in Seenähe konnte man für fünf Euro soviel essen, wie man wollte. Mit Essen voll bis obenhin entschieden wir uns an den See zu fahren und eine Bootsfahrt zu machen. Der See ist wunderschön, nur leider ekelhaft schmutzig, da sämtliches Abwasser der anliegenden Dörfer einfach ins Wasser abgeleitet wird. Die dadurch entstehenden dicken grünen Blasen auf der Wasseroberfläche am Ufer laden leider überhaupt nicht zum Baden ein und es ist wahnsinnig schade um den wunderschönen See, den man prima für den Tourismus nutzen könnte... Nach der Bootsfahrt besichtigten wir eine Kirche und im Anschluss noch ein Amphitheater, das einmal im Jahr für ein Musikfestival genutzt wird und 25.000 Zuschauern Platz, und einen wunderschönen Ausblick auf den See, bietet. Geschafft von der Besichtigungstour traten wir den Heimweg an und hielten unterwegs nur noch einmal an einem kleinen Eiscafé, um uns nach dem heißen Tag zu erfrischen.
Und so ging wieder einmal eine ziemlich ereignisreiche Woche vorbei. Bis zum Donnerstagmorgen beglücken uns die Jungs noch mit ihrer Anwesenheit in der Pension und danach kehrt endlich wieder Ruhe ein. …und die Mädels sind, bis auf Gerrit, wieder unter sich... :)
...Ach ja! Fast hätte ich es vergessen! Viele Grüße von Oskar! ;)
